Spiegeltele mit 500mm Brennweite im Test

Heute möchte ich von meinem Test mit dem 500mm Spiegelteleobjektiv berichten.

Mit einem passenden T2 Adapter, den wir für fast jedes Kamera-Bajonett anbieten, lässt sich das kompakte Spiegeltele an jede Kamera problemlos befestigen.

500mm Spiegelteleobjektiv

500mm Spiegelteleobjektiv

Schrieb ich „kompakt?“ Es ist wirklich erstaunlich klein, wenn man bedenkt, was diese Brennweite für Ausmaße besitzen kann, wenn sie denn als normales Teleobjektiv verbaut wird. Zu dem Teleobjektiv wird hier ebenfalls in den nächsten Tagen ein weiterer Test erscheinen, aber jetzt befassen wir uns erst einmal mit dem 500mm Spiegeltele.

Ich habe die Testaufnahmen, weil es so naheliegt, in Köln am Rhein gemacht. Die Aufnahmen sind einmal mit einem 50mm Objektiv gemacht worden, anschließend vom selben Standpunkt aus noch einmal mit dem 500mm Spiegelteleobjektiv, um den Unterschied aus der normalen Sichtweise zum Tele bildhaft darzustellen.

Das ging, trotz des eher trüben Wetters und den damit einhergehenden Lichtverhältnissen, die bei Blende 6,3 schon eine stativgewichtige Rolle spielen können, ganz gut aus der Hand. Die Aufnahmen wurden mit ISO 400 mit der Canon 5D gemacht. Die Bildbearbeitung erfolgte in Adobes Lightroom, hier habe ich ein wenig an den Kontrasten gespielt, bis mir die Aufnahmen von der Bildhaptik her zusagten. Es geht einfach darum zu zeigen, wie nah weit entfernte Objekte auf einmal heran geholt werden können und wenn ich mir diese Aufnahmen grade wieder anschaue, so ist das schon verblüffend.

Ich gestehe, ich bin eigentlich überhaupt kein Freund langer Telebrennweiten, muss jetzt aber sagen, dieser Test hat sehr viel Spaß gemacht, da er mir neue Sichtweisen aufgetan hat. Ich freue mich auch schon auf die weiteren Testobjektive, die ich demnächst vornehmen werde.

Ich fange mit einer sehr unspektakulären Aufnahme des Kölner Doms an. Das Gebäude rechts im Bildvordergrund ist übrigens die Bastei am Rhein. So haben vielleicht auch ortskundige eine ungefähre Vorstellung davon, wo sich mein Aufnahmestandpunkt befand.

Kölner Dom und Bastei

Kölner Dom und Bastei - 50mm

Vom gleichen Standpunkt aus nun das unbeschnittene Bild, das ich mit dem 500er Spiegeltele gemacht habe.

Kölner Dom mit Baugerüst

Kölner Dom mit Baugerüst - 500mm

Das sieht schon ganz ordentlich aus, wie ich finde. Ich frage mich, wie das wohl mit dem 1600mm Tele … aber das gehört hier noch nicht hin.

Es geht weiter, mit einem Blick in Richtung „Zoobrücke“, die, wenn man sie in Richtung des linksrheinischen Köln befährt, einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt Köln gewährt.

Kölner Zoobrücke

Kölner Zoobrücke - 50mm

Vom selben Standpunkt aus noch einmal mit dem 500er Spiegeltele. Beachten Sie das Hochhaus links und vergleichen Sie einmal den Größenunterschied 50/500mm mit der Aufnahme darüber.

Kölner Zoobrücke

Kölner Zoobrücke - 500mm

Ich gebe zu, nicht ganz grade, liegt aber eindeutig am Fotografen und nicht am Spiegeltele🙂

Ein weiteres Beispiel auf den sogenannten Messeturm, der in Deutz auf der rechtsrheinischen Seite am Rande des Messegeländes steht, wo auch alle 2 Jahre die Photokina zu Gast isst. „Isst“, dieses Wortspiel sei mir hier gegönnt, da sich in diesem Messturm ganz oben ein Restaurant befindet.

Messeturm

Messeturm - 50mm

Und hier die Aufnahem vom selben Standpunkt aus, nur eben wieder mit dem 500mm Spiegeltele.

Messeturm

Messeturm - 500mm

Jetzt kann man es auch tatsächlich lesen: „Restaurant“.

Jetzt ist das ja irgendwie auch ganz schön und gut, wenn man Objekte, die ganz weit weg sind, so ganz ohne „zu Fuß“ nah heranholen kann. Da ich eigentlich bisher kein Freund solcher Brennweiten bin und ausser einem 50mm Objektiv im Grunde weiter nichts benötige, versuchte ich nach einigen Aufnahmen, dieses Spiegelteleobjektiv etwas „normaler“ zu benutzen.

Vielleicht raufen sich einige Profi-Telebrennweitenbenutzer grade die Haare und würden eher von „Missbrauch“ sprechen, aber ich muss Ihnen versichern: Es hat Spaß gemacht, und nur darum geht es.

Schauen wir uns nun einmal die folgenden Aufnahmen an. Der Rhein war ja praktischerweise bei meiner Ankunft schon da. Was hatte die nähere Umgebung noch zu bieten? Das folgende Bild, wieder mit 50mm aufgenommen, zeigt meinen Standpunkt, vom dem aus ebenfalls die 500mm Teleaufnahmen gemacht worden sind.

Möwen und ENten

Möwen und Enten - 50mm

Möwen und Enten – eine laute Kombination, wenn sie von Fremden auch noch gefüttert werden, das kann ich versichern. Die folgenden Aufnahmen vom selben Standpunkt mit dem 500mm Spiegeltele.

Beispielhaftes Entenverhalten

Beispielhaftes Entenverhalten, wie aus einem Lied - 500mm

Die Ente, die nur zuschaute

Die Ente, die nur zuschaute - 500mm

Möwen hinter Gittern

Möwen hinter Gittern

Diner for two

Dinner for two and 500mm

Ich habe also gelernt: Für Tieraufnahmen ist so ein Spiegeltele nahezu ideal. Ehrlich gesagt, ich hätte selbst nie gedacht, dass ich einmal Enten und Möwen, nun ja, aber lassen wir das.

Zum Abschluss noch einmal zwei Aufnahmen aus der Kategorie 50/500. Die erste Aufnahme musste ich leider stark nachbearbeiten, da ich eigentlich die Kamera grade wieder einpacken wollte um mich auf dem Heimweg zu machen. Der Grund dafür ist auf dieser Aufnahme gut zu erkennen. Nein, nicht das Flugzeug, sondern eher die dicken Wolken, die plötzlich aufzogen, was wahrscheinlich an der Jahreszeit liegen muss.

Ich sah diesen Flieger am Himmel und musste unbedingt diese beiden Bilder noch machen. Mit der Belichtung lag ich vollkommen daneben, aber darum geht es hier ja auch gar nicht, da war Schnelligkeit, sowie Poker mit den Wolken gefragt, die nur den Regen einsetzen wollten. Dieser kleine, schmale Streifen in der linken Bildhälfte, der aussieht, als ob ich unsere eigenen Reinigungsprodukte nicht kennen würde, ist das Flugzeug.

Unwetter und Flugzeug

Unwetter und Flugzeug

Die folgende Aufnahme ist wieder mit dem 500mm Spiegeltele vom selben Standpunkt gemacht worden. Die Rundung rechts ist die bereits erwähnte Bastei, die mir inmitten des einsetzenden Regens ein trockenes Dach bot.

Flugzeug

Flugzeug - 500mm

Das waren also mein erster Einsatz mit einem Spiegelteleobjektiv und ich muss sagen, es war nicht mein letzter. Ich hatte Spaß damit, Bilder zu machen. Aufgrund der kompakten Bauweise, die natürlich konstruktionsbedingt ist, kann man es sogar dauerhaft an der Kamera lassen – es gibt Zoomobjektive, die sind wesentlich größer, schwere und unhandlicher.

Die Bildqualität ist hervorragend, und da muss ich noch einmal die eben erwähnten Zoomobjektive erwähnen, die in einer bezahlbaren Preisklasse bei 500mm nicht die Abbildungsqualität erreichen können, wie eben eine einfache (!) blanke Spiegelfläche, bei der nicht ein Glas die Abbildungsfehler des nächsten Glases korrigieren muss. Natürlich muss man bei einer Fixbrennweite von eben 500mm Brennweite, und nichts anderem, schon vorher genau wissen, was man damit eigentlich fotografieren will, ein Zoomobjektiv ist dafür eben flexibler.

Aufgrund seiner Kompaktheit ist es jedoch auch so, dass man dieses Spiegelteleobjektiv locker in seinem Fotorucksack immer mit dabei haben kann, und dafür vielleicht einmal anderen Ballast an Gläsern einfach zu hause lässt.

Ich hoffe, der Beitrag hat Ihnen gefallen und auch ein wenig Lust darauf gemacht, vielleicht selbst einmal mit einem Spiegelteleobjektiv auf die Pirsch zu gehen.

Gut Licht

Dieter Faustmann

10 Gedanken zu “Spiegeltele mit 500mm Brennweite im Test

  1. > Die Bildqualität ist hervorragend

    Finde ich persönlich nicht. Aber was will man schon erwarten?! Für 150 EUR schon ganz gut, aber nicht umsonst wird das Teil in den Fotoforen als Russentonne bezeichnet.

  2. Interessant wäre noch ein Test bzw. Beispielfotos bzgl. des Bokehs, das bei einem Spiegelobjektiv ja bekanntermaßen donutförmig ist. Bei den gezeigten Fotos ohne Highlights (im technischen Sinne) ist es mir jedenfalls nicht negativ aufgefallen, außer vielleicht ein bisschen bei dem Gitter.

  3. Das ist ja echt ein krasses Teil. Vor allem bei dem Preis kann man eigentlich nicht wirklich viel falsch machen. Es juckt mich gerade ganz ordentlich in den Fingern so ein Teil mal zum Test zu bestellen.

  4. Pingback: Walimex 500 mm Tele für 150 EUR

  5. Was soll ich mit so einem „Test“. Stativbenutzung wäre das mindeste, um ein Bild zu beurteilen. Zudem sollte mindesten 1 aussagefähiges Foto in hoher Auflösung zur Beurteilung bereitstehen. Dass man mit dem Teil Albumbildchen in 10×15 produzieren kann, war mir schon vorher klar!

  6. … stünde ein „Markenname“ auf dem Objektiv, wäre überdies der Preis des Objektives jenseits des Levels einer normalen Portokasse angesiedelt >> ich bin absolut sicher, die „kritischen“ Stimmen hier wären nicht aufgetaucht!
    Aber, ich bin ja auch ein Anwender, dem sich bei dem Ausdruck „Kitscherbe“ die Haare sträuben und folgerichtig auch hiermit taugliche Bilder produziere.
    Mehr davon!

  7. Na, eine Russentonne ist das keinesfalls, damit ist ein russisches Maksutov-Teleobjektiv 1:10/1000mm gemeint, das sich durch eine hervorragende Abbildungsqualität auszeichnet, aber auch alles andere als handlich ist bei fast 3 kg Gewicht.

    Toll finde ich die Aufnahmen wahrlich nicht, dazu ist vermutlich einfach das Wetter zu schlecht, man sieht den Tele-Effekt gut, aber auch, dass bei flauem Licht die einfachen Spiegelobjektive im Kontrast selbstredend nicht zu einer Verbesserung führen.

    Für die 150€ bei gutem Licht und gutem Stativ sicher eine interessante Bereicherung der Ausrüstung, aber auch nur in diesem Zusammenhang. Ich selbst nutze wegen der Kompaktheit die 1:8/500mm – Version, die nochmals einiges kleiner ist, bei guten Licht und passender Gegenlichtblende lässt sich damit eine Menge anfangen.

    JW

  8. Seit einigen Monaten besitze ich das sehr kompakte 500er und bin sehr zufrieden damit. Etwas kompliziert ist die Scharfstellung, aber wenn man bedenkt, wo die Spiegeltechnik her kommt, ist das OK. Was will man mehr für ca. 170€ erwarten, für den Hobbyfotografen aber super.

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