Kleiner Testbericht zum Hyperprime f/0.95:50mm Objektiv

Wir müssen leider draussen bleiben

Wir müssen leider draussen bleiben

Vor ein paar Tagen legte mir mein Chef mit den Worten „Mach‘ mal ein
paar Bilder damit, ich muss weg“ dieses Objektiv auf den Tisch.

Das ist das Praktische an Chefs: sie haben selten Zeit, so dass man bisweilen in den Genuss von Sonderaufgaben kommt. Und so habe ich also nun das Vergnügen, von meinem Objektiv-Test zu berichten.

Das Objektiv ist sehr solide verarbeitet, allerdings ist es mit seinen 490 Gramm
nicht grade ein Leichtgewicht. Das gesamte Gehäuse besteht aus
Metall, nur der Scharfstellring ist mit einer genoppten Gummierung
umgeben, wie ich sie von meinen alten Minolta-Objektiven kenne.

Ich adaptierte das Objektiv auf eine Olympus Pen PL1 habe die Bilder danach mit Lightroom bearbeitet. Wie Sie vielleicht noch von anderen Objektiv-Tests von mir wissen, sind mir klinische Testaufnahmen ein Gräuel. Ich bin mehr ein Mensch aus der Praxis, der sein Fotoequipment direkt ausprobiert und sehen will, was er damit
„schaffen“ kann. Pixelzählerei und die Suche nach Linienpaaren
pro Millimeter möge der geneigte Leser daher bitte an anderer Stelle nachlesen.

Lassen wir also die Bilder sprechen.

Ein W123, zum niederknien schön, nicht nur bei Offenblende

Ein W123, zum niederknien schön, nicht nur bei Offenblende

Ich will nicht wissen, wie oft dieses Fahrzeugteil im Jahr nachgekauft werden muss

Ich will nicht wissen, wie oft dieses Fahrzeugteil im Jahr nachgekauft werden muss

Hier noch einmal zum Vergleich bei Blende 5,6

Hier noch einmal zum Vergleich bei Blende 5,6

Ja, man kann auch scharf mit diesem Objektiv, allerdings macht es wirklich
richtig Spaß, wenn man mit dem kleinen Tiefenschärfebereich herumexperiementiert. Ich gebe zu, dafür bedarf es einiger Übung und wer im Besitz eines Aufstecksuchers ist, wie es ihn beispielsweise für die Olympus Kameras gibt, wird sich damit etwas leichter tun. Nach einiger Zeit jedoch geht auch das Scharfstellen mit dem Display gut von der
Hand.

Die Tiefenschärfe erfordert einige Übung, da sie, wie hier zu sehen, sich wirklich im Millimeterbereich abspielt. Was ist hier zu sehen?

Die Tiefenschärfe erfordert einige Übung, da sie, wie hier zu sehen, sich wirklich im Millimeterbereich abspielt. Was ist hier zu sehen?

Auflösung zum vorherigen Bild: Selber Standpunkt wie auf dem Bild darüber, nur eben jetzt abgeblendet.

Auflösung zum vorherigen Bild: Selber Standpunkt wie auf dem Bild darüber, nur eben jetzt stark abgeblendet.

Demonstration von Grünzeug, 1 von 3. Wie man sieht, sieht man nichts, aber es sieht gut aus.

Demonstration von Grünzeug, 1 von 3. Wie man sieht, sieht man nichts, aber es sieht gut aus.

Selbes Motiv und Standort, nur jetzt scharf nachgezogen. Ein traumhaftes Bokeh, im Wortsinne.

Selbes Motiv und Standort, nur jetzt scharf nachgezogen. Ein traumhaftes Bokeh, im Wortsinne.

Und noch einmal selbes Motiv und Standort, nur die Schärfe noch ein wenig nach hinten gelegt, was den Vordergrund direkt wieder auflöst. Versuchen Sie so etwas mal mit einem Zoomobjektiv bei gleichem Bokeh..

Und noch einmal selbes Motiv und Standort, nur die Schärfe noch ein wenig nach hinten gelegt, was den Vordergrund direkt wieder auflöst. Versuchen Sie so etwas mal mit einem Zoomobjektiv bei gleichem Bokeh..

Das Objektiv ist vielseitig verwendbar. Man kann es auf der einen Seite für Available Light Fotografie benutzen, aber auch genauso gut bei Tageslicht einsetzen. Der besondere Reiz ist das sogenannte Bokeh bei Offenblende.

Manche Kollegen oder/und Kolleginnen sind sehr kamerascheu, aber das ist eine andere Geschichte.

Manche Kollegen oder/und Kolleginnen sind sehr kamerascheu, aber das ist eine andere Geschichte.

Das Objektiv ist vielseitig verwendbar. Man kann es auf der einen Seite für Available Light Fotografie benutzen, aber auch genauso gut bei Tageslicht einsetzen. Der besondere Reiz ist das sogenannte Bokeh bei Offenblende.

Beste Grüße
Dieter Faustmann

Der Blick durch’s Stecknadel-Loch

von Ilka Siegling

Lichblende Rising Pinhole Body Cap

Thema Lochblende, wo fang ich da an? Sowohl beim Selberbasteln, als auch geschichtlich kann das etwas länger dauern … und ist eigentlich auch nicht primär. Denn es gibt sie. Sie wurde erfunden, und jetzt gibt es sie in Form der Rising Pinhole für verschiedene Kameramodelle: einfach an die Wechseloptik-Kamera anzuschließen und fertig zum loslegen. Und darum geht es!

Genau das war für mich die Möglichkeit, dieses lange schon angedachte Thema endlich einmal zu starten. Ab mit der Rising Pinhole Body Cap auf die Kamera und in die Mittagspause. Bei strahlender Sonne ebendiese mal durch das Pinhole fallen lassen. Begleitet hat mich neben der Lochblende ein Bohnensack, sehr nützlich, denn die Belichtungszeit bei Sonne liegt bereits bei über einer Sekunde.

Lieblingskaffee in neuer Dimension

Eine besondere Spezialität: Sichtbarer Sonnenschein

Das Fotografieren mit einer Lochblende unterscheidet sich ganz gewaltig von dem, was man sonst so mit seiner Kamera macht. Der Blick durch das Stecknadel-Loch mutet irgendwie geheimnisvoll an. Dennoch ist es real. Die Bilder wirken verzerrt, aus einer anderen Welt, oder eher aus einer anderen Welt in unsere geschaut?

Eines lässt sich sagen: Man bildet nichts so ab, wie man es sieht; das Ergebnis überrascht.

Fortbewegungsmittel Nr. 1 – im Stillstand – sichtbar

Nur die langsame Bewegung bleibt

Und wenn das schon soweit geht, hab ich auch gleich den Blick durch den Sucher aufgegeben. Die bodennahe Perspektive, ohne objektivbedingte Verzeichungen oder Fehlfokus befürchten zu müssen, hat schon was. Eine Naheinstellgrenze ist quasi nicht vorhanden, alles von vorne bis hinten wirkt gleich scharf und doch ist alles leicht unscharf.

Neueröffnung zwischendurch

Am Markt – außerhalb der Marktzeiten steht die Zeit tatsächlich

Achja, die Bilder sind alle mit der „Normalbrennweite“ aus der Rising-Pinhole-Serie an der Canon 5D entstanden und mit Lightroom in Farbe und Kontrast bearbeitet — die optische Wirkung ist natürlich unverändert und einzig durch die Lochblende entstanden.

Traumstation vorm Park

Baumkronen und anderes Gold

Stämme, Stengel und Äste

Ein leichter Windhauch

Mich hat diese Art der Abbildung, zugegeben, nachhaltig beeindruckt. Pinhole-Fotografie hat ein in unserer heutigen Zeit ganz ungewohntes Tempo und trotz Arbeit war die Pause eine Pause.

Also, ich kann nur empfehlen, die Rising Pinhole Lochblende einfach mal auszuprobieren!

Viel Spaß und — Gut Licht!

Kleiner Ausflug mit dem Magic Objektiv 35mm f/1.7 für Sony NEX und Olympus MFT

Von Dieter Faustmann

Ich gebe zu, ich war sehr misstrauisch, als vor ein paar Tagen mein Chef im Büro stand und mir das Magic Objektiv für die Sony NEX mit dem E-Bajonett und für die Olympus mit dem MFT Bajonett in die Hand drückte.

Slr Magic an der Sony NEX

Slr Magic an der Sony NEX

Was sollte das sein? Ein rein manuell einzustellendes Objektiv, klein und handlich zwar, aber, so wurde mir versichert, mit ein paar interessanten Eigenschaften, die kreativ nutzbar seien.

Soso.

Ich bin ja generell immer skeptisch eingestellt, wenn es um solche Produkte geht, von denen ich noch nie etwas gehört habe: Bei diesem Objektiv handelt es sich um eine sogenannte CCTV-Linse, wie man sie beispielsweise an Überwachungskameras und ähnlichen Geräten finden kann. Diese Information musste ich aber erst mal selber recherchieren und herausfinden.

Scharfstellen per Display geht so leicht, wie mit jedem anderen, adaptiertem Glas an der Kamera

Scharfstellen per Display geht so leicht, wie mit jedem anderen, adaptiertem Glas an der Kamera

Bisher musste man, um ein solches Objektiv an einer Kamera nutzen zu können, nach einem sogenannten C-Adapter Ausschau halten. Es bestand bei diesen Adaptern immer das Risiko, dass der Bildkreis für ein solches Objektiv nicht dem tatsächlichem Radius für den Sensor entsprach – Ergebnis: Dunkle, bis schwarze Ecken und andere, ärgerliche Einschränkungen, die man in Kauf nehmen musste.

Die SLR-Magic, die wir nun im Programm haben, hat dieses Problem nicht, da sich das entsprechende Bajonett direkt am Objektiv befindet. Es entfällt also das zusätzliche Zwischenschalten eines C-Adapters. Außerdem bleibt der volle Bildkreis für die Sensoren erhalten.

Weiches Wasser mit weicher Optik aufgenommen

Weiches Wasser mit weicher Optik aufgenommen

Ich pappte mir also dieses Objektiv auf die Sony NEX und zog ein wenig durch die Straßen und die Bildergebnisse sehen sie bereits auf dieser Seite. Was Sie nicht sehen können ist der Spaß, den ich nach ein wenig Eingewöhnung beim Fotografieren mit diesem Objektiv hatte.

Die Bilder wurden, wie immer, bereits in Lightroom berabeitet und sehen so aus, wie ich sie farbhaptisch am schönsten finde. Ich weise, wie bei den anderen Tests in diesem Blog, wieder einmal darauf hin, dass die RAW Dateien immer nur Ausgangsmaterial für mich sind, die in jedem Fall weiterverarbeitet werden. Diese Endergebnisse zeige ich hier.

Auf dem folgenden Bild kann man sehr gut sehen, wie unonventionell sich die Schärfebene, je nach Fokussierung, verhält. Bei „normalen“ Objektiven ist sie immer gleich in einer Linie, beim Slr Magic allerdings, wie auf folgendem Bildbeispiel zu sehen, durchaus auch mal versetzt.

Ver-rückte Schärfebene - rechts im Plakat, sowie im Toilettenhäuschen, ein paar Meter dahinter

Ver-rückte Schärfebene - rechts im Plakat, sowie im Toilettenhäuschen, ein paar Meter dahinter

Ein sehr schöner Effekt mit dem SLR Magic ist die manchmal Puppenhafte Miniatur-Anmutung, wie man sie eigentlich nur von Fachkameras her kennt, bzw. mit Tilt und Shift Objektiven – dem sogenannten Scheimpflug-Effekt, wie man hier schön sehen kann. Leider schaute bei der Aufnahme niemand aus einem der Fenster, aber sieht diesen Effekt trotzdem sehr schön, wie ich finde.

Für eine Größere Ansicht einfach auf das Bild klicken.

Puppenhäuser mitten in der Innenstadt

Puppenhäuser mitten in der Innenstadt

Auf dem folgenden Bild sieht man auch das, wie ich finde, sehr schöne Bokeh, das sich bei Offenblende zeigt.

Bokeh bei Offenblende des SLR Magic

Bokeh bei Offenblende des SLR Magic

Hier nun noch ein paar Probeaufnahmen, die ich bei meinem Spaziergang machte.

Shaking the tree

Shaking the tree

Bei folgender Aufnahme mal genau auf den Schärfebereich achten, es ist ein Kreis, innen unscharf, dann ein Ring der Tiefenschärfe und am Rand wieder unscharf – faszinierend.

Gehwegfotografie

Gehwegfotografie

Natürlich kann das Slr Magic auch Abblenden, es verhält sich dann, wie man das von normalen Optiken her gewohnt ist, und bildet scharf ab.

Abgeblendet kann das Slr Magic auch scharf, wie jede andere Optik

Abgeblendet kann das Slr Magic auch scharf, wie jede andere Optik

Die Fokussierung ist leicht und „rund“, folgende Aufnahme machte ich im Gehen aus der Hüfte.

Der Taube ist nichts weiter passiert

Der Taube ist nichts weiter passiert

Alles in allem hatte ich mit dieser Optik, trotz anfänglicher Skepsis, viel Spaß. Es war vor allen Dingen auch mal wieder viel Herumexperimentieren, genau so, wie ich das gerne mag, fern ab vom optischen Einheitsbrei, mit dem man sonst so zu tun hat um glatte, geleckte bilder zu produzieren.

Es gibt sicherlich viele Motive und Situationen, an denen man das SLR Magic ausprobieren kann – die Ergebnisse sind nie genau genau vorhersehbar, was ich grade als seine Stärke empfinde und was den Reiz ausmacht.

Dieses Bild dient nur als Erinnerung für mich, falls ich mit meinem Chef einmal über einen Firmenwagen reden muss

Dieses Bild dient nur als Erinnerung für mich, falls ich mit meinem Chef einmal über einen Firmenwagen reden muss

Und, kein Witz, diese Optik hat mich mit der Sony NEX wieder versöhnt, denn das, was Sony da als eigene Optiken im Angebot hat, kann man meiner Meinung nach nicht ernst nehmen und es hat mir mit den verfügbaren Objektiven auch keine Freude bereitet, die Sony länger als nötig in die Hand zu nehmen, wie man hier nachlesen kann.

Aber auch das ist meine, bescheidene und eigene Meinung.

Gut Licht
Dieter Faustmann

Sony NEX am Strand – ein kleiner Testfilm

Im Urlaub hatte ich die Sony NEX, zusammen mit dem E-2.8 16mm, im Gepäck.

Mich interessierte die Bewältigung des Sensors mit dem Wechsel auf extreme Helligkeitskontraste, hier die untergehende Sonne, sowie dem Wasser als reflektierende Oberfläche, die sich im gleißenden Sonnenlicht auch noch bewegt – was Meereswasser nun mal macht. Der Film wurde nur in iMovie geschnitten und ist ansonsten unbearbeitet geblieben.

Die ’schlappe‘ Fahne am Ende des Filmes täuscht, wie deutlich am Ton zu hören ist: Es war furchtbar windig, da war das anders mit dem Ton nicht möglich. Die Qualität leidet etwas durch die Youtube-Komprimierung, aber ich hoffe, dieses kleine Filmchen vermittelt trotzdem die Qualität, zu der die Sony NEX fähig ist.

Eine bessere Auflösung des Films finden Sie hier

Aufgenommen wurden die einzelnen Sequenzen vor ca. 4 Wochen in Dänemark, genauer gesagt auf ‚Bornholm‚, dieser kleinen, verträumten Insel, die mitten in der Ostsee liegt.

Jetzt, wo ich diesen so Film sehe fällt mir wieder ein, ich muss mal wieder dringend mit dem Chef über meinen nächsten Urlaub reden.

Gut Licht
Dieter Faustmann

Lensbaby Composer: 50mm gar nicht Standard

Autor: Ilka Siegling

Letzte Tage hatte ich Gelegenheit, das „Lensbaby Composer“ zu testen, hier möchte ich meine Erfahrungen, und auch den Spaß den ich dabei hatte, (mit)teilen.

Lensbabys zeichnen sich dadurch aus, dass sie einen nahezu frei wählbaren Bildbereich scharf abbilden und zum Rand hin eine starke bis extreme Unschärfe aufzeigen. Mit dieser Abbildungsart gewinnt man einen ganz neuen Gestaltungsspielraum. – Bei uns im Shop finden Sie das Lensbaby Composer mit Nikon-, Canon– und mit Sony-Anschluss.

 

Lensbaby

Lensbaby Composer

 

An der Kamera macht das Lensbaby auf mich ein wenig den Eindruck eines Rüssels. Die in einem Kugelgelenk sitzende Linse lässt sich vor der Kamera hin und her bewegen – es wirkt fast, als könne man „um die Ecke“ fotografieren. Das jedoch geht nicht, es ist der Fokuspunkt, der sogenannte „Sweetspot“, den man durch Bewegen des Kugelgelenks im Bildausschnitt verschiebt.

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Spiegeltele mit 500mm Brennweite im Test

Heute möchte ich von meinem Test mit dem 500mm Spiegelteleobjektiv berichten.

Mit einem passenden T2 Adapter, den wir für fast jedes Kamera-Bajonett anbieten, lässt sich das kompakte Spiegeltele an jede Kamera problemlos befestigen.

500mm Spiegelteleobjektiv

500mm Spiegelteleobjektiv

Schrieb ich „kompakt?“ Es ist wirklich erstaunlich klein, wenn man bedenkt, was diese Brennweite für Ausmaße besitzen kann, wenn sie denn als normales Teleobjektiv verbaut wird. Zu dem Teleobjektiv wird hier ebenfalls in den nächsten Tagen ein weiterer Test erscheinen, aber jetzt befassen wir uns erst einmal mit dem 500mm Spiegeltele. Weiterlesen