Kurztest: PhaseOne 645DF mit digitalem IQ160 Rückteil

Von Florian Berger

Durch einen glücklichen Zufall hatten wir die Möglichkeit, die PhaseOne 645DF mit dem IQ160 einige Tage lang testen zu können. Ein großes Danke an PhaseOne!

Pro

Da ich selber vor gar nicht all zu langer Zeit eine Hasselblad testen konnte, muss ich sagen, dass die PhaseOne doch um einiges besser in der Hand liegt.

Des weiteren ist uns gleich beim ersten Auslösen aufgefallen, dass die PhaseOne beim Spiegelschlag so gut wie gar nicht in Eigenschwingung kommt, die Hasselblad schwingt schon wesentlich mehr.

Das Display des IQ160 ist sehr kontrastreich und ausgewogen. Auch die Software bzw. die Bedienung des Touch Displays ist sehr einfach und schnell zu handhaben, das fanden wir sehr gut.

Zudem hatten wir auch die Möglichkeit, die Kamera unter Studiobedingungen zu testen. Und wir waren wirklich sehr überrascht. Selbst mit einem Elinchrom Sykport Speed hat die Kamera ohne Probleme eine 1/600 Sekunde an Blitzsynchronisation ausgelöst. Wir hätten wohl damit noch höher gehen können.

Contra

Uns ist in der ganzen Zeit nur ein einziges Manko aufgefallen: man konnte nicht so gut die Schärfe im Sucher erkennen.

Üblich ist, dass der Autofokus in DSLR-Kameras mit einem roten Feld anzeigt, an welchem Punkt die Schärfe liegt bzw. wo der Kreuzsensor die Schärfe hinlegt. Das ist bei der 645DF nicht der Fall, dort hat man nur ein rundes Fenster in der Mitte, in dem man mit bloßem Auge sehen kann, ob es scharf ist oder nicht.

Daten und Fakten

Blitz: Focal plane shutter: Up to 1/125sLeaf shutter lenses: Up to 1/1600s*1st and 2nd curtain flash synchronizationX sync terminal and support for TTL flash

Auto focus: TTL phase-difference AF with 3 focus pointsFocus confirmation in manual modeInfrared AF assists for unfailing focus, Auto focus lock for swift AF/ M shift

Lichtmessung: TTL metering (average, spot and auto)Programmable AEL buttonExposure compensation: +/- 5EV

Auslöser: 1/4000s to 60 minutes up to 120 frames per minute

Sucher: Fixed prism viewfinder. Exchangeable diopter from -5 to +3LCD panel with full exposure information

Fernauslöser: Screw-in cable release on shutter button Terminal for electronic triggering devices

Benutzer Konfiguration: 3 custom dial modes for capture settings, 36 custom settings, Customizable dials and buttons

Stromquelle: 6 AA batteries standard or rechargeable

Größe: 153 x 128 x 184 mm

Gewicht: 1.1kg

Rückteile: Open platform digital back mount

Sony NEX am Strand – ein kleiner Testfilm

Im Urlaub hatte ich die Sony NEX, zusammen mit dem E-2.8 16mm, im Gepäck.

Mich interessierte die Bewältigung des Sensors mit dem Wechsel auf extreme Helligkeitskontraste, hier die untergehende Sonne, sowie dem Wasser als reflektierende Oberfläche, die sich im gleißenden Sonnenlicht auch noch bewegt – was Meereswasser nun mal macht. Der Film wurde nur in iMovie geschnitten und ist ansonsten unbearbeitet geblieben.

Die ’schlappe‘ Fahne am Ende des Filmes täuscht, wie deutlich am Ton zu hören ist: Es war furchtbar windig, da war das anders mit dem Ton nicht möglich. Die Qualität leidet etwas durch die Youtube-Komprimierung, aber ich hoffe, dieses kleine Filmchen vermittelt trotzdem die Qualität, zu der die Sony NEX fähig ist.

Eine bessere Auflösung des Films finden Sie hier

Aufgenommen wurden die einzelnen Sequenzen vor ca. 4 Wochen in Dänemark, genauer gesagt auf ‚Bornholm‚, dieser kleinen, verträumten Insel, die mitten in der Ostsee liegt.

Jetzt, wo ich diesen so Film sehe fällt mir wieder ein, ich muss mal wieder dringend mit dem Chef über meinen nächsten Urlaub reden.

Gut Licht
Dieter Faustmann

Leica X1 – Testbericht

Von Dieter Faustmann

Zu Beginn ein Hinweis: Dieser Bericht ist ein reines, subjektives Statement meinerseits, was ebenso für die Bildauswahl und deren Bearbeitung gilt. Crop und Pixelzählerei finden Sie auf anderen, bekannten und unbekannten Seiten im Internet.

Das X im Walde - ISO 160 f/2,8

Das X im Walde - ISO 160 f/2,8

Ich habe es getan und mir eine Leica X1 gekauft, nachdem ich die Gelegenheit zu einem kleinen Test bei einem guten Freund dazu hatte. Hätte ich diese Möglichkeit vorab NICHT gehabt, ich würde wahrscheinlich noch über den kauf nachdenken. Und den Gedanken an einen Kauf verwerfen und wieder nachdenken. Und viel Kaffee trinken.

Kaffeepause bei ISO 160 f/2,8

Kaffeepause bei ISO 160 f/2,8

Erst war da Skepsis, schon vor dem ersten Anfassen: „Was? Bist Du wahnsinnig, für den Preis? Und dann noch nicht mal Vollformat, lächerlich! Und was willst Du damit, du hast doch schon eine *teure Kamera einfügen*?“ „Ja, aber wenn ich mal nur so unterwegs bis, dann ist die zu groß – und ich habe da keinen Autofokus z.B.“ Nach ein paar Minuten des Begrabbelns aber schon wich diese Vernunftargumentation meinerseits, die sich hauptsächlich aus dem Preis nährte, reiner, begeisterter Unvernunft.

Pferde stehlen bei ISO 100 mit f/2,8

Pferde stehlen bei ISO 100 mit f/2,8

Schick sah sie ja schon aus, und wie toll sie sich anfühlte, irgendwie komisch. Ist doch nur eine kleine Knipse. „Komm, wir machen mal Testbilder, glaube kaum, dass die X1 soviel besser ist als …“

War sie aber. Meine Lieblingskombi, die ich hier NICHT nennen möchte, da hier einfach zu viele Sachen verglichen werden, die beide Kameras jeweils dann doch nicht haben, ist eine gute Systemkamera. Aber vergleichen geht nicht: Da ist das eine System mit Wechseloptiken – kann die X1 nicht. Somit fallen viele technische Vorteile wieder weg, die das andere System, trotz kleinem Chip, irgenwie auch wieder wett macht.

Check up bei ISO 100 und /f 4,5

Check up bei ISO 100 und /f 4,5

Es kann fliegen bei ISO 100 und f/5,6

Es kann fliegen bei ISO 100 und f/5,6

Die Frage, wenn man sich für eine X1 entscheidet liegt nicht Prestige oder dem Branding „Leica“, aus diesem Alter bin ich, Gott sei Dank, längst heraus, nein: Die Frage ist, was für eine Kamera will ich für meine Zwecke, welche Kamera kommt meiner Art der Fotografie am ehesten entgegegen? Und für jemanden wie mich, der lange Jahre Pre-Digital fotografiert hat, also analog, und dies auch heute noch tut, vorwiegend Mittelformat, mit eigener Dunkelkammer und alles das, braucht es nur eine digitale Kompaktkamera, die eine ordentliche Basis mitbringt, aus der ich dann meine Bilder machen kann.

Die Nacht am Tag bei ISO 100 und f/2,8

Die Nacht am Tag bei ISO 100 und f/2,8

Wie war das analog? Die Älteren Leser können sich bestimmt an eine Reihe einfacher und simpler Kompaktkameras erinnern, die es zu Zeiten der Silberfotografie gab: Minolta Hi-Matic 7, 7s, 9 und 7sII z.B., oder nehmen wir eine Rollei 35, die Minox 35er Kameras usw. – Einfachste Bauweisen, Festbrennweiten, manchmal mit eingebautem Blitz, manchmal ohne – das wars.

Ich suche tatsächlich seit Jahren so etwas im digitalen Kompaktkamerabereich, da hat sich ja erfreulicherweise viel getan: Ricoh GRD. Ja, kleiner Chip, ich weiss, aber was dafür da rauskam war schon knackig – bis zu einer gewissen Größe, wenn es um das Ausdrucken ging. Hand aufs Herz: Der Druck-Output liegt bei mir bei vielleicht 5% aller jemals digital gemachten Bilder, der Rest liegt auf der Festplatte oder auf diversen DVDs gebrannt verstreut herum.

Für mich war die Ricoh immer erste Wahl, als es nichts anderes gab, wenn ich eine Kamera dabei haben wollte, aber keine Lust hatte, mit einer Riesen-SLR herum zu laufen.

Kostenlos Zeitung lesen bei ISO 200 und f/2,8

Kostenlos Zeitung lesen bei ISO 200 und f/2,8

Dann gab es die Sigma DP1. Die Erste mit „großem“ Chip. Leider war der AF sehr langsam, die Qualität, sprich Verabeitung, nun ja, wir müssen nicht über alles reden, aber: Die Bilder, die aus dieser Kamera kommen, die sind schon nicht ohne und haben ebenfalls Kleinbildcharakter.

Dann brachte Olympus die EP-1, bzw. Ep-2 auf den Markt: Mit elektronischem Aufstecksucher und Wechseloptiken, dazu das Panasonic 1.7 Pancake, da das Olympus Pancake seltsamerweise schlechter abbildete. Eine wirklich schöne Kamera, die auch sehr gut in der Hand liegt und ein optisch ansprechendes Design mitbringt. Aber: Kleiner Sensor. Leider, wie ich zugeben muss, ich mag die EP vom Design und der Bedienung her. Ehrlich gesagt war ich auch mit den Bildern sehr zufrieden, bis ich mir dann die Bilder anschaute, die aus der X1 kamen.

Sommer in der Stadt bei ISO 100 und /f 5,6

Sommer in der Stadt bei ISO 100 und /f 5,6

Jetzt Sonys-Nex, ich berichtete darüber.

Ja, natürlich, auch hier mit Wechseloptiken, großer Chip. Aber über die Abbildungsleistung müssen wir uns nicht streiten, das geht gar nicht. Ich bin mit diesem Pixelbrei einer Sony NEX bei den zur Zeit existierenden Optiken für das System nicht zufrieden. Immerhin kann ich hier adaptieren, verzichte dafür aber auch einen Autofokus, was dann wiederum ohne Sucher für mich keinen Sinn macht. Der Nachteil der elektronischen Sucher ist leider das extreme Rauschverhalten, wie man es auch im Display sehen kann 1:1, sobald man in lichtschwacher Umgebung fotografieren – oder filmen- möchte.

Die Konkurrenz bei ISO 100 und f/2,8

Die Konkurrenz bei ISO 100 und f/2,8

In Sachen Größe und Kompaktheit kam mir bisher die Ricoh GRD am nächsten. Klein, handlich und ordentlicher Knack in den Bildern. Wenn ich die Kamera ausschalte und das Objektiv eingefahren wird, dann ist sie so klein, dass ich sie tatsächlich in die Hosentasche stecken kann.

Strukturen bei ISO 100 und /f 4,0

Strukturen bei ISO 100 und /f 4,0

Die Leica: Hier, bis auf die Größe, ebenfalls eine sehr handliche Kamera. Nach dem Ausschalten fährt das Objektiv ein und sie ist immer noch kleiner und besser zu verstaunen als eine Sony NEX beispielsweise. Mit dem Zoomobjektiv ist mir die NEX für unterwegs einfach zu groß und unhandlich.

Was ich sagen will: Ich habe seit Jahren, auch aus beruflichen Gründen, mit vielen System arbeiten müssen. Natürlich kann ich hier nur meine subjektive Meinung zum Genre „Kompaktkameras“ wiedergeben. Jeder muss jeder für sich persönlich entscheiden, was er will, wie er fotografiert, welche Möglichkeiten unabdingbar für jeden selbst sind und nein, den heiligen Gral kann ich dem Leser hier nicht anbieten, da muss sich jeder selber fragen, worauf es ihm ankommt und was er im Detail mit einer Kamera machen möchte.

Ich kürze das Ganze leicht ab und fange direkt mit einer Stichwortsammlung der Besonderheiten an, die es mir an der X1 besonders angetan haben:

  • Drehrädchen zum direkten und schnellen Wechsel von Zeit- auf Blendenautomatik und umgekehrt, sowie
    Vollautomatik
  • Übersichtlichste Menuestruktur, die ich je gesehen habe, im direkten Vergleich zum Mäusekino anderer
    Kompaktkameras
  • Das Menue bleibt nach Verlassen immer am letzten Änderungspunkt stehen – für mich ein Vorteil
  • die X1 ist so gut wie Lautlos beim Auslösen und Fokussieren
  • der AF Punkt und das Fokussieren sind in der Hand gut zu spüren, ich fühle quasi, wenn die Kamera „fertig“ ist
  • Freistellung von Objekten schon ab Blende 2,8 bei entsprechendem Abstand
  • absolute Kleinbildhaptik, fast DSLR-like
  • 13 Mio Pixel bieten genügend „Futter“ um auch Bildbearbeitung zur individuellen Gestaltung zu zulassen, mehr braucht kein Mensch für das normale Ausbelichten, ich bin ja kein Andreas Gursky
  • sehr angenehmes Handling, wie auch Gefühl beim Halten – sogar ausgeschaltet 😉
  • klasse Design, einfach „schick“ – ein emotionales Kriterium, ich weiss, genau darum
  • Festbrennweite – be a fan of it!
  • Comic-Füße bei ISO 1600 und /f 2,8

    Comic-Füße bei ISO 1600 und /f 2,8

    Wo viel Licht ist, da ist auch Schatten, natürlich. Negativ fiel mir auf:

  • Drehrädchen auf der Oberfläche für Zeit- und Blendeneinstellung verstellen sich leicht, wenn man die Kamera in der Jackentasche hat. Nimmt man sie dann heraus, wird der Kontrollblick auf die Rädchen schnell zur Routine, ob denn noch alles so eingestellt ist, wie man es voreingestellt hat. Hier wären festere Einrastpunkte bei Zeit und Blende von Vorteil.
  • Ober- und Unterplatten sind nur aus Kunstoff – der Zahn der Zeit wird irgendwann zeigen, ob das gut ist
  • der Preis – wobei sich hier erst im Laufe der Jahre zeigen wird, ob der Preis nicht doch noch gerechtfertigt sein wird. Wiederum aus der Erfahrung heraus: Hoher Wiederverkaufswert, also eigentlich kein Nachteil, zzgl. der Lightroom-Version, die es gratis dazu gibt (ca. 250 Euro, für Neukäufer LR 3) Kunden, die bisher LR 2 nicht registriert haben, bekommen ebenfalls Zugriff auf LR3)
  • Die Akkuleistung ist so mittel, besonders dann, wenn man recht viel Blitzt und sich regelmäßig die Bilder immer wieder anschaut
  • Kein Messwertspeicher nur für die Belichtung. Vielleicht gibt es dafür mal ein Update, siehe Selbsauslösertaste hinten, die eigentich überflüssig ist, könnte man im Menue unterbringen.
  • Ausverkauf bei ISO 100 und f/ 3,2

    Ausverkauf bei ISO 100 und f/ 3,2

    Jetzt möchte ich noch ein paar Punkte erwähnen, die für mich wirklich unwichtig sind, die aber bei anderen Herstellern zur Grundausstattung dazugehören:

      – fehlender, echter Makromodus
      – fehlender Bildstabilisator
      – fehlende Filmfunktion
      – fehlende Idioten Programme wie Portrait, Landschaft, Hund und Katze

    Was möchte ich denn, wenn ich einen Fotoapparat benutzen möchte? Richtig, in erster Linie Bilder machen, das mit der besten Abbildungsleistung, die ich bekommen kann. Ich suche keine Eierlegende Wollmilchsau, die Filme und Makros macht. Wenn ich filmen will, dann schnappe ich mir die 5D und lege los, aber so richtig mit Wechseloptiken, Stativ und der Display-Hoodloupe z.B.

    Bahnfahren bei ISO 320 und f/2,8

    Bahnfahren bei ISO 320 und f/2,8

    Wenn ich fotografieren gehe, dann geht es mir in erster Linie um Bilder. Da ich auf SLR-Niveau zu der Sorte Leute gehöre, die Zooms nicht mögen, weil sie Qualitätsmäßig nie an gute Festbrennweiten heranreichen, die Art und Weise der „Zoomfotografie“ mir ebenfals nicht zusagt, vermisse ich logischerweise ein fehlendes Zoom an der X1 ebenfalls nicht. Für die Makrofotografie bin ich noch nie Zielgruppe gewesen und wenn ich mal welche machte, dann korrekt mit SLR und entsprechender Makrooptik – und vom Stativ, wenn möglich.

    Take it or leave it mit ISO 100 und f/2,8

    Take it or leave it mit ISO 100 und f/2,8

    Was bekomme ich mit einer Leica X1 für rund 1.550 Euro geboten?

    Sehr gute Bildqualität, leichtes Gehäuse, übersichtlichste Menustruktur, kein Mäusekino und ansprechendes Design – wir Fotografen sind doch Augenmenschen, oder? Und man bekommt etwas, was ich hier nicht näher definieren kann, weil die Solmser das wohl irgendwie können, vom Handling her, vom Design her.

    Ansonsten gilt, wie immer: Take it or leave it – das kann man sich hier, Gott sei Dank, aussuchen. Und wenn die X1 eine unvernünftige Entscheidung wäre?

    Na, reine Unvernunft muss man ja auch mal zulassen, von Zeit zu Zeit, weil es einfach Spaß macht.

    Good buy mit ISO 320 und f/2,8

    Good buy mit ISO 320 und f/2,8

    Gut Licht
    Dieter Faustmann

    Sony NEX – Eindrücke

    Von Dieter Faustmann

    Aufgenommen mit dem Pancake 2,8:16mm

    Aufgenommen mit dem Pancake 2,8:16mm

    Ich habe jetzt ein paar Wochen mit der Nex von Sony rumspielen dürfen, hier also meine kleine Zusammenfassung meiner subjektiven Erfahrungen und Eindrücke.

    Die Nex liegt gut in der Hand und ist im Grunde selbsterklärend. Wenn man mag, kann man eine Hilfeanzeige aktivieren, die bei jedem Schritt im Menue ein kurzes Hilfsfenster mit Erklärungen anbietet. Diese Option ist natürlich abschaltbar. Nach dem Einschalten dauert es ca. 1,5-2 Sekunden, bis die Kamera betriebsbereit ist. Manche Testberichte schreiben, das wäre zu lang, ich muss allerdings sagen, ich finde das in Ordnung so. Wenn ich der Meinung bin, ich muss jetzt jeden Augenblick ein Bild machen, dann habe ich die Kamera eh schon im Stand-By Modus. Viele Leute sind mit Kameras unterwegs, die deutlich kürzerer Einschaltzeiten haben, allerdings können diese Menschen schon einmal das Problem haben, dass sie sofort ein Bild machen wollen, die Kamera aber noch in irgend einer Tasche, Rucksack etc. steckt, im besten Fall dann noch im Auto, wo man doch grade im Wald steht. Kurz gesagt: Betriebsbereitschaft ist meiner Meinung nach erst dann ein Thema, wenn das Minuten oder Stunden dauert, aber wenn 2 oder 5 Sekunden DAS Kriterium für jemanden ist, dann ist das auch in Ordnung, er weiss somit, wie viele Sekunden er „einkauft“, wenn er sich beispielsweise für die Sony entscheidet.

    Pancake  2,8:16mm

    Pancake 2,8:16mm

    Einrichten der Kamera und der SD-Karte gingen fast selbsterklärend und dauerten nur ein paar Minuten. Zu erst habe ich Hilfsanzeige, Pieptöne ein paar Dinge mehr genau so eingestellt, wie ich das an anderen Kameras gewohnt bin. Nach den Einstellungen in den diversen Menues kann es auch schon losgehen.

    Was mir gut gefällt ist das Display: Es lässt sich im 90 Gradwinkel nach oben schwenken, so das man praktisch einen Blick hat, wie man es von Lichtschachtkameras her kennt, mit Blick von oben nach unten auf die Mattscheibe. Das Display lässt sich auch in die andere Richtung, nach unten, nicht ganz 90 Grad, verstellen, was aber fantastisch ist, wenn man beispielsweise über eine Menschenmenge hinweg fotografieren möchte, weil vorne etwas passiert, man normalerweise aber das Display bei so einer Aktion nicht mehr im Blick hat: Hier sieht man, dank Klappmechanismus, ganz genau, was Sache ist. Das Display selbst zeigt die Vorschaubilder sehr klar und gut aufgelöst. Als weitere Zugabe kann das Display zwischen einem schwarzen oder weissem Hintergrund eingestellt werden, was die Anzeige jeweils bei Tag (schwarzer Hintergrund) oder Nacht (weisser Hintergrund) noch besser lesbar macht.

    Sehr gut gefallen hat mir der aufsteckbare Blitz, der seine Arbeit als mobiler Aufhellblitz hervorragend und ausreichend erledigt. Das so ein Blitz-Winzling natürlich keinen echten „Profi“ Blitz mit Leitzahl „over ninethousand11elf!“ ersetzen kann, ist klar – aber er ist nicht schlechter als der eingebaute Blitz an einer Canon 500D, Nikon D60 usw. und tatsächlich, in Grenzen, brauchbar.
    Das Blitzmenue erlaubt sogar das Auslösen auf den zweiten Vorhang, was ich prima finde, grade an diesen kleinen Kompaktkameras.

    Pancake 2,8:16mm

    Pancake 2,8:16mm

    Die Moviefunktion, sprich, dieser kleine, rote Punkt am Gehäuse, zum sofortigen Aufnehmen eines Films, ist auch sehr praktisch. Im Vergleich dazu fällt mir zu der Olympus EP-1/Ep-2 auf, dass man an diesen Kameras erst einmal durch das Drehen des Menue-Rads in den Videmodus umschalten muss. Bei der Sony-Nex geht das durch den direkten Knopfdruck. Fairerweise auch hier: An einem Rädchen dafür drehen ist auch nicht der Weltuntergang. Aber wenn man es nicht muss – auch gut. Die Videos können mit Ton und ohne Ton aufgenommen werden, das ist optional einstellbar. Besonders betonen möchte ich, und das ist wirklich mal klasse: Bei der Filmaufnahme mit Ton ist der Autofokus tatsächlich zu benutzen, da er sehr, sehr leise arbeitet. Bei der Olympus oder der Panasonic zum Beispiel, oder als extrem Ausreißer der Ricoh GRX, sind die AF-Geräusche hinterher auf Ton so dermaßen laut, dass man den AF, wenn der Ton wichtig ist, nicht benutzen kann.

    Bei der Sony Nex hingegen muss man schon sehr genau hinhören, um den AF später beim Abspielen der Aufnahme zu hören. Die NEX fokussiert nicht stumm und man kann den Autofokus natürlich hören, wenn es absolut still in der Umgebung ist. Aber er ist wirklich akzeptabel in seiner Geräuschentwicklung und nicht mehr zu hören, wenn ein wenig Umgebungsgeräusche vorhanden sind, was was im Grunde immer der Fall ist. Auch hier sei gesagt: Wer „richtig“ semi-professionell Filmen möchte, der schaut sicherlich ehr nach einer DSLR mit Filmfunktion und optionalen Toneingängen, als das er sich dazu ausgerechnet einen Floh aus dem Kompakt-Kamera-Segment dazu aussucht. Trotzdem ist das für mich im Vergleich zu den anderen o.g. Kameras schon ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal: Flüsterleiser AF bei der Filmaufnahme, klasse!

    Darüber hinaus ist die NEX auch in der Lage, beim Abspielen des aufgenommen Filmmaterials die Tonspur an der Kamera wiederzugeben. Mir ist momentan keine andere Kompaktkamera bekannt, wo das möglich ist.

    (Der Film dient nur der Veranschaulichung der Menuestruktur. Wenn man bedenkt, das es im Zimmer absolut still war und die Kamera ständig scharf stellte finde ich das schon erstaunlich, wie wenig man ihn hört.)

    Was mich nach kurzer Zeit etwas nervte, das war einfach dieses Mäusekino-Feeling, wenn ich etwas an der Kamera einstellen wollte: Am Gehäuse kann ich folgende Optionen direkt anwählen:

    – Filmaufnahme
    – Blitzlichtmodus
    – Selbstauslöser
    – Belichtungskorrektur
    – AF Felder
    – Bildanzeige

    Möchte ich die Belichtungsart ändern, z.B. von Zeitautomatik auf Blendenautomatik, oder den manuellen Modus, den Programmmodus usw. muss ich in das Menue der Kamera. Was ich irgendwie seltsam finde daran: Auf dem Display erscheint dann ein Rädchen, ganz genau so, wie man das von anderen Kameras her kennt, aber eben im Menue als Grafik. Ich vermute einfach, bautechnisch/kostentechnisch war das nicht anders möglich, wie auch immer, ich hätte so ein Rädchen am Gehäuse besser gefunden. Hier finde ich die Olympus EP und die Ricoh GRD/GRX von der Bedienung her benutzerfreundlicher – die Basics, die man nicht oft ändern muss, sitzen im Menue versteckt, alles andere, was wichtig ist, ist von außen erreichbar. Irgendwo am Gehäuse wäre doch bestimmt noch ein Platz gewesen für eine Makrotaste. Diese erreiche ich leider nur in zwei Schritten im Untermenue. Mit ist es im Rahmen des Tests nicht gelungen, einen Belichtungsmesswertspeicher zu finden, geschweige denn, eine der Tasten dafür umzuprogrammieren. Die Lichtmessung, bzw. Speicherung erfolgt hier nur dann, wenn ich scharf stelle und den Auslöser gedrückt halte – was ich aber mache, wenn das Hauptmotiv im hellen, die Lichtmessung aber im dunklen Bereich liegt (und umgekehrt) und ich mit der Schärfe spielen möchte – Fragezeichen.

    Die Menueführung der Sony NEX ist zwar irgendwann selbst erklärend und logisch nachvollziehbar, aber ich würde eher eine 15 sekündige Einschaltzeit in Kauf nehmen, wenn dafür z.B. die Makrofunktion direkt via Knopf eingeschaltet werden könnte. Hierzu muss ich leider erst in das Menue, was für mich als Knopfdrücker, der sehr gern zwischen den Belichtungsmodi hin und her springt, sehr umständlich ist.

    Es gibt einige Funktionen, da hat es mich manchmal genervt, wenn ich sie ändern wollte: Nehmen wir mal an, ich möchte mittendrin den AF-Modus ändern. Folgende Schritte sind notwendig, ich drücke:

    Menue/
    dann ‚Kamera’/
    scrolle mit dem Rädchen runter auf „AF/MF Anwahl“/
    drücke das Knöpfchen/
    scrolle im neuen Menue runter und/
    drücke die AF-Auswahl, die ich benötige.

    Gegenbeispiel, die Olympus EP-2:

    Knopf am Gehäuse drücken (es ist die OK-Taste)/
    Im Display erscheint das Menue/
    Auswählen – Ende.

    Aber auch das ist kein Ko-Grund und macht die NEX nicht unbrauchbar. Ich erwähne das nur, weil vielleicht unter den Lesern auch jemand sitzt, da von so etwas tendenziell genauso schnell genervt ist, wie ich es bin. Ich gebe zu, ich bin ein Fan von Nikon-Kameras (DSLR) weil bei Nikon so irre viele Optionen direkt via Knopf oder Rad am Gehäuse zu erreichen sind, wo ich bei Kameras anderer Hersteller erst noch einmal ins Menue muss, und sei es auch nur ein Flüssigkristallmenue, in dem ich noch mal etwas auswählen und bestätigen muss. Das macht Canon- oder Pentaxkameras aber nicht zu schlechten Kameras.

    Jetzt habe ich genügend über Mäusekinos gelästert, vielleicht empfinden Sie beim Betrachten des Videos die ganzen Funktionen und Erreichbarkeiten ja gar nicht so lästig wie ich und sind womöglich schlimmere Bedienkonzepte gewohnt, wer weiss.

    Wenn es aber tatsächlich an der Kamera etwas zu bemäkeln gibt, dann sind es die Gläser, die momentan dafür angeboten und im Set verkauft werden. Zum testen hatte ich das 3.5-5.6/18-55mm Zoom und und das 2.8/16mm Pancake (Festbrennweite). Natürlich kann man mit diesen Optiken Brauchbares produzieren, aber der „Aha!“ Effekt blieb bei mir aus. Ich denke, man wird erst sehen können, was der Chip leistet, wenn Sony entweder selber bessere Optiken auf den Markt bringt, oder ich eine Fremdoptik daran adaptieren kann, um mir dann ein „besseres“ Bild davon zu machen.

    Hier ein paar Testaufnahmen:

    Pancake 2,8:16mm

    Pancake 2,8:16mm

    So weit, so gut. Aber was ist das?

    3,5-5,6/18-55mm

    3,5-5,6/18-55mm - finde die Kugel

    Gut, ich gebe zu, ich besitze nicht ein einziges Zoomobjektiv, ich fotografiere nur mit Festbrennweiten, aber Hand aufs Herz: Ist das wirklich normal, dass bei kleinster Einstellung, also hier im Weitwinkelbereich 18mm, so etwas zu sehen sein muss? Vielleicht kann mir hier der eine oder andere Leser die Unendlichkeiten der Physik erklären. Ich bin seit Jahren mit den Ricoh GRD’s wirklich mehr als zufrieden – Klein, flach, Festbrennweite, gute Auflösung und Spaß beim Fotografieren damit. Mittlerweile hat sich das etwas Richtung Olympus EP-1/EP-2 sverschoben, da diese noch besser in der Hand liegen und mir sogar die Möglichkeit zum Objektivwechsel bietet. Ich adaptiere momentan alles, was sich adaptieren lässt, an der Olympus: Canon, Nikon, Pentax, Leica-M, Contax/Yashica, Minolta undundund. Von daher bin ich, was diese Kameraklasse angeht, eine gewisses Bildhaptik gewohnt. Und das, trotz der kleineren Dimension der verbauten Sensoren in diesen Kameras zum Vergleich einer Sony-NEX, die ja in der Liga eine Sigma DP und Leica X1 mitspielt (mitspielen will).

    Hier noch zwei Bildbeispiele:

    Pancake 2,8:16mm

    Pancake 2,8:16mm


    3,5-5,6/18-55mm

    3,5-5,6/18-55mm - Schachmatt, würde ich sagen

    Insgesamt bilden mir die Sony-Optiken zu weich ab, dass muss kein Nachteil sein, es ist eher eine Frage der persönlichen Vorlieben.

    Lustig ist in jedem Fall die Panorama-Funktion. Sie kann brauchbar sein, wenn das Motiv, also eigentlich das, was um einen herum ist, nicht allzu unterschiedlich in den Formen ist. Natürlich sieht man die unsauberen Übergänge, wo Kamera-intern ein Bild an das nächste gefügt wird. Ist allerdings der Hintergrund einigermaßen homogen, dann klappt das schon ganz gut.

    Panorama 2,8:16mm

    Panorama 2,8:16mm - Nachbars Garten, ohne Kirschen

    Ich denke, für „richtige“ Panoramas benötigt man doch anderes Equipment und vor allen Dingen auch eine Nachbearbeitung in Photoshop oder entsprechender Software, um eben auch die Übergänge sauber zu bearbeiten und das alles. Erstaunlich ist es aber trotzdem, dass es technisch, zumindest von der Idee her, auch praktisch funktioniert: Zum zeigen und vorführen und staunen ist das wirklich nett.

    Ich fasse (kurz) zusammen: Die Sony-Nex

    – liegt gut in der Hand
    – ist trotz tiefer Menueführung schnell zu verstehen, fast selbsterklärend
    – hat ein unschlagbares Preis/Leistungsverhältnis, was die Chipgröße zur Konkurrenz angeht und bringt auch noch ein Wechselbajonett mit.

    Pancake 2,8:16mm

    Bessere Optiken braucht die NEX - 2,8:16mm

    Wenn Sony jetzt noch gute Gläser für die NEX auf den Markt bringt, dann denke ich, sollten sich die anderen Kamerahersteller langsam mal Gedanken machen, ob sie da nicht mitmischen wollen.

    Hand auf’s Herz: Wer braucht, so nach und nach, noch eine „kleine“ DSLR?

    Eben.

    Gut Licht
    Dieter Faustmann

    Sony NEX-5 eingetroffen. Erster Eindruck, Test folgt.

    Von Ingo Quendler

    Die brandneue Sony NEX-5 ist heute bei uns eingetroffen. Das Gehäuse der Kamera ist so klein, das es in der Hand fast verschwindet. Man hält die Kamera am Objektiv. Fans der Sony F717 kennen diese Ergonomie, ich selbst habe früher mit dieser Kamera fotografiert, bevor ich dann auf eine Canon D60 umgestiegen bin.

    Die kleine Sony NEX mit dem großen APS-C Sensor macht jedenfalls einen guten ersten Eindruck. Sie liegt gut in der Hand, die ersten Bilder sehen trotz recht günsitgem Standard-Zoomobjektiv ganz gut aus. Überrascht war ich von dem mitgelieferten Mini-Blitz, der auf Anhieb sehr gute Ergebnisse geliefert hat.

    Dieter Faustmann wird die Kamera in den nächsten Tagen in der Praxis testen. Wir werden auch ein paar Produktvideos mit der Kamera produzieren. Falls Ihr noch Fragen habt oder spezielle Dinge über die Kamera wissen möchtet, dann einfach hier einen Kommentar hinterlassen.

    Sensor so groß wie ein Negativ: Leica M9 Erfahrungsbericht und Video

    Kleiner Erfahrungsbericht über die Leica M9

    Die neue Leica M – müssen wir viel darüber schreiben? Im Grunde nicht. Diese Kamera ist, bis auf marginale Änderungen im Menü, identisch mit der M8 und M8.2. Das Bedienkonzept ist bis auf die digital-Technik die gleiche, wie schon von der M7bekannt. Groß ist jedoch eine Änderung, im wahrsten Sinne des Wortes: Der Sensor ist jetzt endlich im Vollformat verbaut worden: Die Maße entsprechen umgerechnet nun der Größe eines Negativs im Kleinbildformat (35mm Film).

    Testbild Leica M9

    Leica M9 mit Summilux 1.4:50mm ASPH

    Beispielfotos aus der Praxis als RAW Datei:
    Download von Original-Bilddateien – 5 DNG-Files RAW uncompressed: ISO 160, ISO 400, ISO 1000, ISO 2500 im fast dunkeln, ISO 2500 bei Tageslicht, alle mit 1,4/50mm Objektiv, unterschiedliche Blendenwerte (145,6 MB, ZIP Datei)

    Die Leica M9 wird zur digitalen M7

    Meines Erachtens muss sich die Leica M9 nicht mit der M8 messen, sondern mit den analogen Leica M Kameras, M7, M6, usw. Kann eine digitale M mit den Leistungsmerkmalen dieser hervorragenden Kameras mithalten? Die M8 konnte es nicht: Man durfte IR-Filter vor die perfekt gerechneten Objektivgläser schrauben und ein Normalobjektiv wurde dank der Brennweitenverlängerung (Crop) zur Portraitlinse. Die M8 war also der Lückenfüller, bis Zeit und Technik reif dafür waren, mit der Leica M9 eine „echte“ digitale Leica M zu bauen.

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