App und zu. Fotografieren mit dem iPhone.

Von Dieter Faustmann

Sitz, gleich kommt die Wurst!

Sitz, gleich kommt die Wurst! (Klick macht dick)

Ich bin zur Zeit beruflich viel unterwegs und es laufen mir viele Motive vor das Auge, die ich hin und wieder einfach fotografieren möchte: Sei es, weil mir einfach das Motiv zusagt, oder eine einfache Erinnerung zum mitnehmen und anschauen – ein visuelles ‚Ich war hier‘ für das eigene Fotoalbum.

Der digitale Bruder der XA?

Der digitale Bruder der XA? (Klick macht dick)

Früher ging ich nie aus dem Haus, ohne wenigstens eine Kamera dabei zu haben. Das war schon zu analogen Zeiten so. Ich hatte für solche Fälle immer eine Olympis XA dabei, kleiner ging’s wirklich nicht mehr, die perfekte Kamera für die Hosentasche mit hervoragender Bildqualität.

Im digitalen Zeitalter sind die Kameras noch mal kleiner geworden, man kann sich vor dem Angebot kleiner Kompaktknipsen kaum retten. Den Wechsel von Analog zu Digital vollzog ich vor Jahren mit einer Ricoh GRD, die sogar schon im RAW-Format Bilder machte. Es war das erste Modell, da dauerte das Schreiben der RAW-Datei auf die Speicherkarte ca. 12-15 Sekunden. Als das zweite Modell rauskam habe ich nur wegen der schnelleren Schreibgeschwindigkeit direkt zugeschlagen. Man muss ja nicht immer der Vernunft in solchen Dingen den Vortritt lassen.

Gesehen in einem Hotel in Köln

Gesehen in einem Hotel in Köln (Klick macht dick)

Seitdem sind einige Jahre vergangen und ich gebe zu: Ich bin momentan wahnsinnig genervt davon, meine Bilder am Rechner zu bearbeiten, oder Abzüge in der Dunkelkammer zu machen, so sehr ich auch der Analogfotografie verhaftet bin, Liebe hat Grenzen.

Diese „Unterwegsbilder“ liegen zu tausenden auf meiner Festplatte und werden hin und wieder betrachtet, mehr passiert da nicht. Ein besonderes Bild wird hin und wieder augedruckt, um dann ebenfalls wieder irgendwo zu verschwinden: Sei es in einem Photoalbum (eher unwahrscheinlich) oder in einer Schublade in einem Karton (eher wahrscheinlich).

Momentan bin ich, was diese Unterwegsbilder angeht, eher unter die Tagebuchknipser gegangen. Und alles, was ich dafür benötige ist mein iPhone. Ganz explizit das iPhone, da es mittels wundervoller Applikationen doch ein wenig mehr ist, als nur ein Telefon mit einer eingebauten Kamera.

Kurz war er, aber schön anzusehen, der Winter 2010/2011

Kurz war er, aber schön anzusehen, der Winter 2010/2011(Klick macht dick)

Das herrliche daran: Ich habe mein Photoshop als Applikation immer dabei, diverse andere Applikationen, um die Bilder ein wenig aufzuhübschen, was bei mir natürlich heißt, ich lasse sie ein wenig analog aussehn, was wieder ein Thema für sich ist: Wieso wollen so viele Fotografen einen analogen Look, wo sie doch Digital fotografieren – da könnte man doch direkt … aber das werde ich vielleicht einmal gesondert bloggen.

Die Preise für diese Applikation bewegen sich in einem, für mich, nicht nennenswerten Bereich von 0,79 Cent bis 1,59 Euro für die teuerste App., die ich bisher für diesen Preis gekauft habe.

Was soll ich sagen? Ich bin begeistert und habe nur noch mein iPhone dabei, wenn ich unterwegs bin. Die „dicken“ Kameras nehme ich nur noch mit, wenn ich zielgerichtet etwas fotografieren will, wo ich für die Nachbearbeitung Futter in Form großer Dateien benötige, um sie in Lightroom und Co zu bearbeiten.

Fenster zum Hof

Fenster zum Hof (Klick macht dick)

Ich benutze sehr gern „Hipstamatic„, obwohl diese Applikation für meinen Geschmack schon fast zu verspielt ist. Hipstamatic wird mit einer Grundausstattung an Filtern, bzw. Linsen und Filmsimulationen, sowie Blitzeffekten verkauft, die im Grunde ausreichend sind. Dennoch lohnt der Hinzukauf der einzelnen Filmpacks, die jeweils Blitzeffekten, Linsen und Rahmen bzw. Filmeffekte beinhalten. Zu mal man zu einem Preis von unter 6 Euro für alles komplett ausgestattet ist und das kein Preis ist, der wirklich weh tut.

Es kann auch direkt jedes Bild zu Flickr und Facebook hochgeladen werden, auf Flickr selbst gibt es auch eine Hippstamatic Gruppen-Pool. In diesem pool findet man teilweise erstaunliche Aufnahmen, für die man in Photoshop sicherlich lange hätte herumbasteln müssen.

Nachteile sollen hier nicht verschwiegen werden: Der Sucher, der auf dem iphone angezeigt wird, ist verdammt klein und es wird nur ein Teil des tatsächlichen Bildausschnitts gezeigt. Es kann auch nicht mittels Antippen des Bildschirms scharfgestellt werden, wie man das von der normalen iPhone Kamera gewohnt ist.

Wir legen Wert auf ein gutes Betriebsklima

Wir legen Wert auf ein gutes Betriebsklima (Klick macht dick)

Je mehr man diese App. jedoch benutzt, desto mehr bekommt man ein Gefühl für Ausschnitt und Schärfe. Mit diesen „Mankos“ kommt sogar ein gewisses „Holga-Feeling“ auf: Der kleine Zufall schafft mitunter Großartiges.

Hipstamatic ist nur eine von vielen Applikationen, ich habe sie nur beispielhaft für viele Andere erwähnt. Bilder machen sie alle und trotz toller „analog“ Effekte kommt es immer noch auf den Kopf an, der das Bild macht.

Der Frühling kann kommen

Der Frühling kann kommen (Klick macht dick)

Also, einfach mal weniger „organisiert“ unterwegs eine andere Art der Straßenfotografie bertreiben, sich überraschen lassen und Spaß habe.

Warum so viele Bildanwendungen für Handy und PC versuchen Analog-Haptik optisch nachzubilden, wäre noch mal einen eigenen Blogeintrag wert, aber das dann ein andern Mal.

Dieter Faustmann

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4 Gedanken zu “App und zu. Fotografieren mit dem iPhone.

  1. Ich musste auch erst darauf gestisch werden, aber bei Hipstamatic kann man in den allg. Programmeinstellungen auf dem iPhone auswählen, dass in dem Fenster das ganze Bild angezeigt wird. Macht so noch mehr Spaß.

  2. Haha, danke sehr, ich habe es eben gefunden. es ist kaum zu fassen, ich habe, ehrlich gesagt, dort nicht reingeschaut.

    Grüße
    Dieter Faustmann

  3. „Warum so viele Bildanwendungen für Handy und PC versuchen Analog-Haptik optisch nachzubilden, wäre noch mal einen eigenen Blogeintrag wert, aber das dann ein andern Mal“

    …. freu mich schon drauf, gruß uwe🙂

    ps. …. der hübsche Hunde Pullover gefällt mir gut, ist der von Benetton?

  4. So richtig verstehe ich den Sinn der miesen Bildqualität nicht.
    Schliesslich gab es auch zu Analogzeiten (welch unsinniges Wort) schon scharfe Bilder mit sinnvollen Ausschnitten.
    Oder soll ein Dackel und Mensch ohne Kopf „Kunst“ suggerieren?
    Wohl eher „Wunst“ – von „wollen“😉
    Helmuth N. würde im Grabe rotieren…

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