Leica X1 – Testbericht

Von Dieter Faustmann

Zu Beginn ein Hinweis: Dieser Bericht ist ein reines, subjektives Statement meinerseits, was ebenso für die Bildauswahl und deren Bearbeitung gilt. Crop und Pixelzählerei finden Sie auf anderen, bekannten und unbekannten Seiten im Internet.

Das X im Walde - ISO 160 f/2,8

Das X im Walde - ISO 160 f/2,8

Ich habe es getan und mir eine Leica X1 gekauft, nachdem ich die Gelegenheit zu einem kleinen Test bei einem guten Freund dazu hatte. Hätte ich diese Möglichkeit vorab NICHT gehabt, ich würde wahrscheinlich noch über den kauf nachdenken. Und den Gedanken an einen Kauf verwerfen und wieder nachdenken. Und viel Kaffee trinken.

Kaffeepause bei ISO 160 f/2,8

Kaffeepause bei ISO 160 f/2,8

Erst war da Skepsis, schon vor dem ersten Anfassen: „Was? Bist Du wahnsinnig, für den Preis? Und dann noch nicht mal Vollformat, lächerlich! Und was willst Du damit, du hast doch schon eine *teure Kamera einfügen*?“ „Ja, aber wenn ich mal nur so unterwegs bis, dann ist die zu groß – und ich habe da keinen Autofokus z.B.“ Nach ein paar Minuten des Begrabbelns aber schon wich diese Vernunftargumentation meinerseits, die sich hauptsächlich aus dem Preis nährte, reiner, begeisterter Unvernunft.

Pferde stehlen bei ISO 100 mit f/2,8

Pferde stehlen bei ISO 100 mit f/2,8

Schick sah sie ja schon aus, und wie toll sie sich anfühlte, irgendwie komisch. Ist doch nur eine kleine Knipse. „Komm, wir machen mal Testbilder, glaube kaum, dass die X1 soviel besser ist als …“

War sie aber. Meine Lieblingskombi, die ich hier NICHT nennen möchte, da hier einfach zu viele Sachen verglichen werden, die beide Kameras jeweils dann doch nicht haben, ist eine gute Systemkamera. Aber vergleichen geht nicht: Da ist das eine System mit Wechseloptiken – kann die X1 nicht. Somit fallen viele technische Vorteile wieder weg, die das andere System, trotz kleinem Chip, irgenwie auch wieder wett macht.

Check up bei ISO 100 und /f 4,5

Check up bei ISO 100 und /f 4,5

Es kann fliegen bei ISO 100 und f/5,6

Es kann fliegen bei ISO 100 und f/5,6

Die Frage, wenn man sich für eine X1 entscheidet liegt nicht Prestige oder dem Branding „Leica“, aus diesem Alter bin ich, Gott sei Dank, längst heraus, nein: Die Frage ist, was für eine Kamera will ich für meine Zwecke, welche Kamera kommt meiner Art der Fotografie am ehesten entgegegen? Und für jemanden wie mich, der lange Jahre Pre-Digital fotografiert hat, also analog, und dies auch heute noch tut, vorwiegend Mittelformat, mit eigener Dunkelkammer und alles das, braucht es nur eine digitale Kompaktkamera, die eine ordentliche Basis mitbringt, aus der ich dann meine Bilder machen kann.

Die Nacht am Tag bei ISO 100 und f/2,8

Die Nacht am Tag bei ISO 100 und f/2,8

Wie war das analog? Die Älteren Leser können sich bestimmt an eine Reihe einfacher und simpler Kompaktkameras erinnern, die es zu Zeiten der Silberfotografie gab: Minolta Hi-Matic 7, 7s, 9 und 7sII z.B., oder nehmen wir eine Rollei 35, die Minox 35er Kameras usw. – Einfachste Bauweisen, Festbrennweiten, manchmal mit eingebautem Blitz, manchmal ohne – das wars.

Ich suche tatsächlich seit Jahren so etwas im digitalen Kompaktkamerabereich, da hat sich ja erfreulicherweise viel getan: Ricoh GRD. Ja, kleiner Chip, ich weiss, aber was dafür da rauskam war schon knackig – bis zu einer gewissen Größe, wenn es um das Ausdrucken ging. Hand aufs Herz: Der Druck-Output liegt bei mir bei vielleicht 5% aller jemals digital gemachten Bilder, der Rest liegt auf der Festplatte oder auf diversen DVDs gebrannt verstreut herum.

Für mich war die Ricoh immer erste Wahl, als es nichts anderes gab, wenn ich eine Kamera dabei haben wollte, aber keine Lust hatte, mit einer Riesen-SLR herum zu laufen.

Kostenlos Zeitung lesen bei ISO 200 und f/2,8

Kostenlos Zeitung lesen bei ISO 200 und f/2,8

Dann gab es die Sigma DP1. Die Erste mit „großem“ Chip. Leider war der AF sehr langsam, die Qualität, sprich Verabeitung, nun ja, wir müssen nicht über alles reden, aber: Die Bilder, die aus dieser Kamera kommen, die sind schon nicht ohne und haben ebenfalls Kleinbildcharakter.

Dann brachte Olympus die EP-1, bzw. Ep-2 auf den Markt: Mit elektronischem Aufstecksucher und Wechseloptiken, dazu das Panasonic 1.7 Pancake, da das Olympus Pancake seltsamerweise schlechter abbildete. Eine wirklich schöne Kamera, die auch sehr gut in der Hand liegt und ein optisch ansprechendes Design mitbringt. Aber: Kleiner Sensor. Leider, wie ich zugeben muss, ich mag die EP vom Design und der Bedienung her. Ehrlich gesagt war ich auch mit den Bildern sehr zufrieden, bis ich mir dann die Bilder anschaute, die aus der X1 kamen.

Sommer in der Stadt bei ISO 100 und /f 5,6

Sommer in der Stadt bei ISO 100 und /f 5,6

Jetzt Sonys-Nex, ich berichtete darüber.

Ja, natürlich, auch hier mit Wechseloptiken, großer Chip. Aber über die Abbildungsleistung müssen wir uns nicht streiten, das geht gar nicht. Ich bin mit diesem Pixelbrei einer Sony NEX bei den zur Zeit existierenden Optiken für das System nicht zufrieden. Immerhin kann ich hier adaptieren, verzichte dafür aber auch einen Autofokus, was dann wiederum ohne Sucher für mich keinen Sinn macht. Der Nachteil der elektronischen Sucher ist leider das extreme Rauschverhalten, wie man es auch im Display sehen kann 1:1, sobald man in lichtschwacher Umgebung fotografieren – oder filmen- möchte.

Die Konkurrenz bei ISO 100 und f/2,8

Die Konkurrenz bei ISO 100 und f/2,8

In Sachen Größe und Kompaktheit kam mir bisher die Ricoh GRD am nächsten. Klein, handlich und ordentlicher Knack in den Bildern. Wenn ich die Kamera ausschalte und das Objektiv eingefahren wird, dann ist sie so klein, dass ich sie tatsächlich in die Hosentasche stecken kann.

Strukturen bei ISO 100 und /f 4,0

Strukturen bei ISO 100 und /f 4,0

Die Leica: Hier, bis auf die Größe, ebenfalls eine sehr handliche Kamera. Nach dem Ausschalten fährt das Objektiv ein und sie ist immer noch kleiner und besser zu verstaunen als eine Sony NEX beispielsweise. Mit dem Zoomobjektiv ist mir die NEX für unterwegs einfach zu groß und unhandlich.

Was ich sagen will: Ich habe seit Jahren, auch aus beruflichen Gründen, mit vielen System arbeiten müssen. Natürlich kann ich hier nur meine subjektive Meinung zum Genre „Kompaktkameras“ wiedergeben. Jeder muss jeder für sich persönlich entscheiden, was er will, wie er fotografiert, welche Möglichkeiten unabdingbar für jeden selbst sind und nein, den heiligen Gral kann ich dem Leser hier nicht anbieten, da muss sich jeder selber fragen, worauf es ihm ankommt und was er im Detail mit einer Kamera machen möchte.

Ich kürze das Ganze leicht ab und fange direkt mit einer Stichwortsammlung der Besonderheiten an, die es mir an der X1 besonders angetan haben:

  • Drehrädchen zum direkten und schnellen Wechsel von Zeit- auf Blendenautomatik und umgekehrt, sowie
    Vollautomatik
  • Übersichtlichste Menuestruktur, die ich je gesehen habe, im direkten Vergleich zum Mäusekino anderer
    Kompaktkameras
  • Das Menue bleibt nach Verlassen immer am letzten Änderungspunkt stehen – für mich ein Vorteil
  • die X1 ist so gut wie Lautlos beim Auslösen und Fokussieren
  • der AF Punkt und das Fokussieren sind in der Hand gut zu spüren, ich fühle quasi, wenn die Kamera „fertig“ ist
  • Freistellung von Objekten schon ab Blende 2,8 bei entsprechendem Abstand
  • absolute Kleinbildhaptik, fast DSLR-like
  • 13 Mio Pixel bieten genügend „Futter“ um auch Bildbearbeitung zur individuellen Gestaltung zu zulassen, mehr braucht kein Mensch für das normale Ausbelichten, ich bin ja kein Andreas Gursky
  • sehr angenehmes Handling, wie auch Gefühl beim Halten – sogar ausgeschaltet😉
  • klasse Design, einfach „schick“ – ein emotionales Kriterium, ich weiss, genau darum
  • Festbrennweite – be a fan of it!
  • Comic-Füße bei ISO 1600 und /f 2,8

    Comic-Füße bei ISO 1600 und /f 2,8

    Wo viel Licht ist, da ist auch Schatten, natürlich. Negativ fiel mir auf:

  • Drehrädchen auf der Oberfläche für Zeit- und Blendeneinstellung verstellen sich leicht, wenn man die Kamera in der Jackentasche hat. Nimmt man sie dann heraus, wird der Kontrollblick auf die Rädchen schnell zur Routine, ob denn noch alles so eingestellt ist, wie man es voreingestellt hat. Hier wären festere Einrastpunkte bei Zeit und Blende von Vorteil.
  • Ober- und Unterplatten sind nur aus Kunstoff – der Zahn der Zeit wird irgendwann zeigen, ob das gut ist
  • der Preis – wobei sich hier erst im Laufe der Jahre zeigen wird, ob der Preis nicht doch noch gerechtfertigt sein wird. Wiederum aus der Erfahrung heraus: Hoher Wiederverkaufswert, also eigentlich kein Nachteil, zzgl. der Lightroom-Version, die es gratis dazu gibt (ca. 250 Euro, für Neukäufer LR 3) Kunden, die bisher LR 2 nicht registriert haben, bekommen ebenfalls Zugriff auf LR3)
  • Die Akkuleistung ist so mittel, besonders dann, wenn man recht viel Blitzt und sich regelmäßig die Bilder immer wieder anschaut
  • Kein Messwertspeicher nur für die Belichtung. Vielleicht gibt es dafür mal ein Update, siehe Selbsauslösertaste hinten, die eigentich überflüssig ist, könnte man im Menue unterbringen.
  • Ausverkauf bei ISO 100 und f/ 3,2

    Ausverkauf bei ISO 100 und f/ 3,2

    Jetzt möchte ich noch ein paar Punkte erwähnen, die für mich wirklich unwichtig sind, die aber bei anderen Herstellern zur Grundausstattung dazugehören:

      – fehlender, echter Makromodus
      – fehlender Bildstabilisator
      – fehlende Filmfunktion
      – fehlende Idioten Programme wie Portrait, Landschaft, Hund und Katze

    Was möchte ich denn, wenn ich einen Fotoapparat benutzen möchte? Richtig, in erster Linie Bilder machen, das mit der besten Abbildungsleistung, die ich bekommen kann. Ich suche keine Eierlegende Wollmilchsau, die Filme und Makros macht. Wenn ich filmen will, dann schnappe ich mir die 5D und lege los, aber so richtig mit Wechseloptiken, Stativ und der Display-Hoodloupe z.B.

    Bahnfahren bei ISO 320 und f/2,8

    Bahnfahren bei ISO 320 und f/2,8

    Wenn ich fotografieren gehe, dann geht es mir in erster Linie um Bilder. Da ich auf SLR-Niveau zu der Sorte Leute gehöre, die Zooms nicht mögen, weil sie Qualitätsmäßig nie an gute Festbrennweiten heranreichen, die Art und Weise der „Zoomfotografie“ mir ebenfals nicht zusagt, vermisse ich logischerweise ein fehlendes Zoom an der X1 ebenfalls nicht. Für die Makrofotografie bin ich noch nie Zielgruppe gewesen und wenn ich mal welche machte, dann korrekt mit SLR und entsprechender Makrooptik – und vom Stativ, wenn möglich.

    Take it or leave it mit ISO 100 und f/2,8

    Take it or leave it mit ISO 100 und f/2,8

    Was bekomme ich mit einer Leica X1 für rund 1.550 Euro geboten?

    Sehr gute Bildqualität, leichtes Gehäuse, übersichtlichste Menustruktur, kein Mäusekino und ansprechendes Design – wir Fotografen sind doch Augenmenschen, oder? Und man bekommt etwas, was ich hier nicht näher definieren kann, weil die Solmser das wohl irgendwie können, vom Handling her, vom Design her.

    Ansonsten gilt, wie immer: Take it or leave it – das kann man sich hier, Gott sei Dank, aussuchen. Und wenn die X1 eine unvernünftige Entscheidung wäre?

    Na, reine Unvernunft muss man ja auch mal zulassen, von Zeit zu Zeit, weil es einfach Spaß macht.

    Good buy mit ISO 320 und f/2,8

    Good buy mit ISO 320 und f/2,8

    Gut Licht
    Dieter Faustmann

    28 Gedanken zu “Leica X1 – Testbericht

    1. Sehr verführerisch geschrieben. Soll ich meine LX3 verkaufen und eine X1 kaufen? My first Leica… Kann man die LR-Lizenz verkaufen? Ich habe die 3-er Version schon.

    2. Netter Testbericht.

      Die Bilder kann man sehr wohl bei eingefahrenen Objektiv ansehen. Play-Taste gedrückt halten, dabei Kamera anschalten.

    3. „nur“ bildbetrachtung ist aber möglich🙂

      play taste gedrückt halten und dann die kamera einschalten.. dann bleibt das objektiv “ dinnen“ und man kann sich in ruhe die bilder anschauen…

      steht aber auch in der bedienungsanleitung..

    4. @Weiterwinkel: Soweit ich informiert bin, nicht. Da sollte man vorher besser bei Leica mal anfragen.

      @Andre und @dirk: Danke für eure Hinweise, ich habe es eben ausprobiert, es geht. Habe die Kamera erst ein paar Tage und bin, das gebe ich zu, kein gewissenhafter Leser von Manuals, zumal an der X1 alles so herrlich selbsterklärend ist. Habe die „Mängelliste aktualisiert“.

      Was den Messwertspeicher angeht: Aber eben leider keine „echte“ Messwertspeichertaste“, für mich tatsächlich ein Mangel.

      Danke Euch
      Dieter

    5. Schöner Bericht. Ich werde jedoch vorerst bei meiner E-P1 bleiben, da ich einfach nicht auf eine gute Wechseloptik verzichten möchte.

      Schade das man die Bilder nicht größer sehen kann.

      Der Karton der X1 ist aber auch schon eine Sensation an sich!😀

    6. nette Worte, aber kein Motiv in Bewegung bei allen Fotos, vom Schweif des Pferdes mal abgesehen. Sorry, so ‚tote‘ und bewegungslose Ansichten kann ich auch per Aquarell aufs Papier bringen…….

    7. Schön, dass Du die Festbrennweiten magst.
      Damit sieht man die Welt mit andern Augen.
      Man bewegt sich viel mehr, beobachtet, sucht ein Motiv und eine Perspektive.
      Hag man/frau aber weniger Zeit und Bewegungsspielraum,
      oder man macht doch wieder einmal Dias,
      so ist ein Zoom praktischer oder einfach auch gemütlicher …

    8. @berniebärchen:
      „Sorry, so ‘tote’ und bewegungslose Ansichten kann ich auch per Aquarell aufs Papier bringen…….“ – ja und? Ist das ein Nachteil? Verstehe die Argumentation nicht. Außerdem ist nicht alles, was sich nicht bewegt gleich tot. Es gibt halt verschiedene Arten der Fotografie, man nicht alles über einen Leisten schlagen.
      Ich suche übrigens auch als Ergänzung zum 5DII eine „Handliche“ mit guten Bildergebnissen. Aber für 1.550 Öre muss ich lange fotografieren … ich schwanke noch.

    9. Danke für den launigen Bericht: Die Canon PowerShot D10 ist meine geliebte Alternative, 2.8 für WW und innen liegendes 3-fach Zoom, Allwetter tauglich mit Blitz über der Objektivachse, funzende Automatiken Einzelbild und VideoClip und im direkten Vergleich zur dSLR (EOS 5D) hat sie sich tapfer geschlagen, war ein Schnäppchen für € 200.- ppz http://www.slowfoto.de

    10. Pingback: testbericht X1 - Leica User Forum

    11. Wer die Zeit der analogen Fotografie gepaart mit exzelender digitaler Bildqualität erleben möchte, sollte der Unvernunft zu ihrem Recht verhelfen und die X1 kaufen.
      Alles was sich an dieser Kamera als äußerst angenehm eröffnet bringt lediglich den puren Spaß an der Fotografie wieder hervor. Beim Fotografieren von Menschen muss ich immer wieder erleben, dass X1 eine Aura verbreitet die verblüfft. Jeder bewundert die Bilder auf dem Display und niemend empfindet ein Unbehaben, wenn fotografiert wird. Die Bildergebnisse sind ebenfalls super, nur eben nicht so, dass andere hochwertige Kameras schlechter wären. Mit einem entsprechenden Objektiv erhält man gleiche und bessere Ergebnisse.
      Auch die Farbgebung der Kamera fasziniert die Leute, wenn sie die Bilder betrachten.
      Als das für mich einzige Manko, ist Verzeichnung, die an geraden Linien erkannbar sind, ebenso die auftretenden Aberationen.

      Das was schlussendlich die Kamera ausmacht ist eben das es eine Leica ist. Und das bekommt man nicht von einem anderen Hersteller.
      Entweder man wird infiziert oder man ist immun dagegen.
      Als ich sie im Geschäft das erste mal in der Hand hatte, dauerte es keine Minute und ich bat den Verkäufer, mir eine einzupacken.😉

    12. …das was schlussendlich die Kamera ausmacht ist eben das es eine Leica ist:
      Das was schlussendlich diese Kamera ausmacht, ist, dass es eine CanoNiKonikaTschibeauNoname ist, alleine das feeling für den Crop-Sensor, die technischen Limits, der heute schon veraltete Prozessor, das Display von gestern, der Strombedarf von vorgestern, die Farbabstimmung des Herstellers – sorry, mir ist das zuviel an Sülze: Wenn schon Leica, dann wegen der Objektive und mit Diafilm, sonst nichts. Als ich vor Zeiten auf der Photokina die erste Leica SLR mit digitalem Rückenteil in der Hand hatte, war mir klar, das Leitz diese Entwicklung total verschlafen hatte. Den Betrachter einer Aufnahme interessiert letzendlich die Kamera-Objektiv Kombination recht wenig, sondern was dabei rüberkommt, und das Bild entsteht nunmal >zwischen den Ohren< und nicht in der Kamera: Ein guter Fotograf kann mit einer halbwegs guten KB Kamera bei einigermaßen Licht saugute Aufnahmen machen, auch ohne dass Leica draufsteht. Mit einer Leica geht das natürlich auch. Die Frage ist nur, ob eine digitale Kamera heutzutage überhaupt noch so viele Emotionen wert ist – my2cents ppz http://www.slowfoto.de

    13. @lmnphotography: Die Möglichkeit des Objektivwechsels ist natürlich ein guter Grund, bei einem System wie MFT zu bleiben, klare Sache. Man kann diese beiden Systeme allein deshalb schon nicht vergleichen. Gott sei Dank trifft die X1 mit ihren 35mm genau (eine) „meiner“ Brennweiten.

      Zu Analogen Zeiten waren 35mm lange Zeit „der“ Standart, bis dann in den 80ern auch dort bereits die ersten Monsterzoomkameras auf den Markt kamen. Für mich und andere Festbrennweitenfans war das damals eine Katastrophe :))

      @beyer werner: Geht mir genau so, und ich muss immer noch kurz überlegen, wenn ich in Lightrom meine Ordner und Bilder öffne: „War das jetzt die 5D, oder .. ah ne, doch die X1“ – und umgekehrt.

      @Fürchtegott Krahlmann: Besten Dank🙂

      @berniebärchen: Das ist nun mal Geschmackssache und der Geschmack ist, Gott sei Dank, bei jedem anders.

      Ich mache auch ganz normale Portraits von Menschen, die bewegen sich dabei nie, da bin ich Old School – das die X1 keine Kamera für die Sportfotografie ist, ist irgendwo auch klar. Obwohl …😉

      @Markus Tschopp: Ich bevorzuge die Festbrennweiten im Grunde wegen der besseren Abbildungsleistung gegenüber Zoomobjektiven. Dann kommt da noch die Lichtstärke hinzu, Kompaktheit und, und, und.

      Der andere Aspekt ist der des Sehens, also meine eigene Wahrnehmung: Ich persönlich habe gar kein interesse an Motiven, von denen ein Teil vielleicht, wenn ich ihn nah heranzoome, plötzlich ganz groß abgebildet werden kann. Aber: Wenn ich da an Tier- oder Sportfotographen denke, da erscheint mir das Zoomen dann auch logisch🙂

      @Chris W.: Und? Schon entschieden? Wie sieht es denn mit der Canon G11 aus, die besitzt sogar einen echten Sucher, soweit ich weiss, und kostet auch viel weniger als das Katzengold aus Solms😉

      @slowfoto: Gern geschehen🙂 Du schreibst da etwas sehr Wichtiges: Die richtige Kamera für Dich – das sollte bei jedem so sein. Ich war ja selber großer Fan der Olympus EP-2 und hätte ich die Leica nicht in die Hand bekommen, sie wäre auch heute noch meine erste Wahl.

      @Tom Wild: Dem kann ich nichts mehr hinzufügen, stimmt alles. Und auch das ist sehr „komisch“: Wenn ich Freundeskreis die X1 in der Hand halte, und die haben nun wahrlich (und Gott sei Dank) nicht so sehr mit Fotografie zu tun, wie wir Hobbyfotografen, dann „reagieren“ fast alle auf das Design der X1 – darüber sollten die Solmser vielleicht mal nachdenken😉

      Bin wirklich gespannt, ob Leica nächste Woche auf der Photokina noch was aus dem Hut zaubert – die digitale R mit Vollformat-Chip OHNE Moirefilter, wie bei der M9, das wär‘s. Aber ich glaub‘ nicht dran.

      @Like a M9: Jein, leider keinen echten optischen (bewegliches Objektiv-Element) oder mechanischen (beweglicher Sensor) Stabilisator.

      Sie macht lediglich nur zwei Aufnahmen hintereinander und eine interne Bildverarbeitung rechnet beide Bilder dann intern übereinander. Und das auch nur bei statischen Motiven, und das dann wieder nur bei Verschlusszeiten von 1/4S – 1/30 S.

      Das diese Bildüberlappung überhaupt im Menue als „Bildstabilisierung“ auftaucht ist schon … naja. Aber ich ahne, wie Dein Smilie zu verstehen ist😉

      Grüße
      Dieter

    14. @Dieter: Ich habe mir nochmals die eingestellten und viele andere X1 Fotos angeschaut – ein 24mm Objektiv ist vom Bildeindruck kein KB 35er und ein Crop Sensor ist nicht mt dem KB 35mm Film vergleichbar. Die von Dir geposteten Fotos haben Ausdruck, keine Frage, doch erinnern sie mich sehr an Bildstile wie Canons Nostalgia, was mit Leica doch sehr wenig zu tun hat. Wenn man ganz nüchtern reduziert, bleibt eine Kamera mit Mängeln (TFT), die ordentliche (digitale) Aufnahmen macht in einer vor Pixelautomaten überbordenden Welt, das allerdings mit absolut unverwechselbarem Design, vom Preis bestätigt. Ist die Bilddatei raus und auf dem Rechner, bleibt eine Welt wie bei allen anderen RAW und JPG Produktionsgeräten🙂 ppz http://www.slowfoto.de

    15. Sie ist verführerisch! Und ich würde sie mir kaufen, wenn sie irgendeine Form eines brauchbaren Suchers hätte und nicht so unangemessen teuer wäre. Der Spiegelsucher ist ein Unding ohne Dioptrienausgleich.

    16. Mensch Leute, es ist alles gesagt, nur noch nicht von jedem!! die X1 ist nicht Stand der Technik, viel zu teuer – aber ich liebe sie, klein – praktisch-retro für die die noch wissen was Schärfentiefe bedeutet – klasse Fotos und last but not least die Haptik einer Leica

    17. Hallo,

      ich muss gestehen, dass ich mich dem Charme, welcher der Purismus der X1 ausstrahlt, auch nicht ganz entziehen kann und überlege mir sogar ernsthaft, mich von meiner relativ neuen Nikon D300s zu trennen und
      stattdessen die Leica zu erwerben.

      Das ständige Wechseln der Objektive, Probleme mit Dreck auf dem Sensor und die schier unüberschaubaren Einstellmöglichkeiten sowie der Fortschrittswahn, ständig Nachfolgemodelle und furchtbar wichtiges Zubehör präsentiert zu bekommen und von neuen Objektiven zu hören,
      die zwar wahnsinnig teuer seien, aber hinsichtlich Vignettierung und Bokeh angeblich auch um Klassen besser – das nervt mich und nimmt mir die Freude am Fotografieren😦

      Dennoch lassen mich die tollen Bilder bei meiner Entscheidung zögern, die
      ich mit meinem 11-16-Weitwinkel gemacht habe und die Vorstellung an
      jene Motive, die nur mit einer langen Brennweite zu realisieren wären.
      All diese Möglichkeiten bietet mir die X1 nicht und es stellt sich dann
      eher die Frage einer freiwilligen Selbstbeschränkung:

      Nämlich die Nikon lediglich mit beispielsweise drei Festbrennweiten
      oder eventuell sogar mit einem exzellenten und lichtstarken Zoom
      zu betreiben. Dann bleiben nämlich alle Möglichkeiten offen… 🙂

      Beste Grüße, Philosoph.

    18. @ Dieter: Dieses AHA Erlebnis habe ich aktuell (und schon länger) mit der iPhone4 Fotografie, vor allem bei Hochformat-Panoramen – dennoch möchte ich nichts verkaufen, denn jede Kamera hat ihre Bedeutung für eine bestimmte Sparte und bei Wanderungen mit leichtestem Gepäck ist das iPhone unschlagbar: Wertige Beispiele dazu im Blog von http://www.slowfoto.de. Es ist schon schön, dass wir so viele Spielwiesen haben – G pp

    19. …es gibt immer etwas zu verbessern, jedoch habe ich gelernt dass beim fotografieren mit der leica X1 etwas geschieht was magisch ist.
      Ich reduziere mich auf das wesentliche – ich befasse mich mit dem was ich
      fotografiere und nicht mit 260 Knöpfe und einstellungen und settings und und und…..ich vergesse dabei das Bild. Mit der Leica kenne ich die Schwachpunkte und nutze sie zu meinem Vorteil. Ich arbeite als professioneller fotograf zurzeit in Südamerika und die X1 ist einfach klasse.
      Selbst wenn mal der Fokus danebengeht….manchmal bin ich ganz dankbar…es entstehen „fehler“. Heutzutage denken wir dass erst wenn wir alles unter Kontrolle haben das geschieht was gut ist….nicht für mich!
      Etwas unerwartetes geschieht – ich nenne es instinkt oder intuition –
      dies kann nur eintreffen wenn wir die Kontrolle ein bischen aufgeben.
      Ich bin sehr Dankbar dass Leica eine solche Kamera geschaffen hat.
      Ich habe seid dem Digital-Zeitalter mit vielen Marken gearbeitet:
      Olympus / Pentax / Nikon / Canon und ich würde im Moment auf meine Leica nicht verzichten. ich habe mir sogar eine zweite X1 gekauft…… na ja ….so viele worte , und ich könnte noch so viel dazu sagen aber…gerne würde ich einige bilder mit euch teilen….die X1 ist ja zum fotografieren……

      http://www.flickr.com/photos/superlunes/6353410413/in/photostream/

      L1040851.jpg

      falls noch mehr Bilder erwünscht sind, kann man bei den „Tags“ auf
      „X1“ klichen und es erscheinen sämtliche Bilder die mit der X1 entstanden sind.

      Alles Gute und danke für diesen Blog welcher mir damals die Anschaffung der X1 sehr erleichtert hat.

    20. Hallo Luca,

      vielen Dank für Deinen Kommentar und die Bildbeispiele dazu (einen Link habe ich gelöscht, da doppelt).

      Mittlerweile bin ich wirklich zufrieden mit der X1, ich schielte lange Zeit auf die X100 von Fuji, mittlerweile bin ich aber wieder davon abgekommen.

      Der Grund: Ich meinte, ich müsste etwas vermissen. Die Fuji hat diesen „richtigen“ Sucher, sie kann Filme aufnehmen, sie hat einen hohen ISO Bereich, sie kann jenes, sie kann welches.

      Ein Bekannter hatte dann auch recht schnell eine Fuji X100, ich durfte sie ein paar Tage testen.

      Was soll ich sagen: Es hat mich geheilt. Diese ganzen Knöpfe, Rädchen, der AF, der dauernd daneben haute, das Sucherkonzept fand ich dann auch nicht überzeugend – um es kurz zu machen:

      Die X1 ist mittlerweile wieder für mich die Reduktion auf das wesentliche. ich brauche diese ganzen Trillionen Einstellmöglichkeiten nicht. Ich bin auch kein Actionfotograf, wenn es wirklich mal schnell gehen soll: Entweder die 5D oder direkt mit der hyperfokalen Distanz rechnen, wie man das früher machte.

      Meine Kombi ist zur Zeit die M6 mit dem 2.0:50mm Summicron und digital die X1 – und ganz bewusst schwarzweiss Film in der M6 und für Farbe eben die X1.

      Mal sehen, was Leica als Systemkamera zur Photokina rausbringen wird. Ich hoffe, so oder so, es wird bei der Schlichtheit bleiben, was das Design und die Funktionalität angeht.

      Salü
      Dieter

      • Ich hatte das Glück, diesen Bericht zu lesen, und der hat mich neben anderen Gedanken, die mich eigentlich in Richtung X2, ggf. X Vario getrieben hatten, wieder zurück gebracht in Richtung X1. Denn letztlich kann ich persönlich bei einer Festbrennweite auf den eSucher total verzichten. Der optische Sucher der X1 ist herrlich hell und klar und die Kamera wird somit richtik „Klassich“ (ich erinnere mich da beim durchschauen immer an meine erste „analoge“, eine Agfa Optima1, die ich von meinem Vater immer gerne mal auslieh als Kind). Ich mag eben die klassische Bedienung, darum habe ich auch immer noch eine Digilux 2🙂
        Jedenfalls konnte ich vor wenigen Wochen eine ungebrauchte X1 mit einer der letzten Seriennummern bei einem Händler neu mit voller Garantie, schon werksseitig aufgespielter neuer Firmware und LR5 Version kaufen, zu einem Preis der mit Aufstecksucher, Handgriff und Protektor nun insgesamt bei knapp 1100 Euro liegt! Ein tolles Schnäppchen für diese komplette Kamera – eigentlich sensationell. Und nun ist man jeden Gedanken um ein „System“ los! Komplett und immer dabei macht die X1 tolle Bilder. Ich gewöhne mich noch an den „Fußzoom“, aber so erlernt man als verwöhnter „Zoomer“ doch wieder das Fotografieren quasi neu. Dafür bin ich dankbar und auch für den tollen Testbericht hier!
        Viele Grüße!
        Peter

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