„Welches System hätten’s denn gern?“

Von Dieter Faustmann

Was haben wir nicht alles für Kamerahersteller mit eigenen Bajonettsystemen im Kleinbildbereich: Sony-Minolta, Canon, Nikon, Pentax, Olympus, Leica und was weiss ich noch alles.

Alle Bajonnette haben eins gemeinsam, sie lassen logischerweise nur die Adaption der eigenen Objektivreihe zu. Es gibt Ausnahmen, da ist die Schaffung eines eigenen Bajonetts systembedingt, siehe Leica, bzw. Messsuchersysteme. Dann gab es im Kleinbildbereich noch die meiner Meinung nach sinnvolle Einigung auf das Micro Four Thirds System. Und ja, es gibt schließlich auch Adapter für viele Marken untereinander: Ich kann Nikon-F Optiken an das Canon EF Bajonett adaptieren, verliere aber die AF-Funktion (Warum man sich z.B.  in den 1980er Jahren nicht auf ein AF-System einigen konnte, bleibt für immer ein Geheimnis der Kamera-Industrie.) Einige Kombinationen lassen sich nur im Nahbereich nutzen usw., aber sie sind adaptierbar.

Und jetzt kommt Sony in genau diesen Markt der Superduperalleskönnenden Kompaktknipsen und schafft ein eigenes System, gemeint ist die „NEX“ Reihe.  Es kommt also das sogenannte E-System hinzu. „E“ meint „Eighteen“ und Eighteen meint das Auflagenmaß von 18mm.

Ich sitze dann da und denke mir, warum sich die Hersteller nicht irgendwie auf ein bestimmtes Maß einigen können. Es ist ja in Ordnung, wenn ich innerhalb eines Systems nur ein Bajonett zulasse, schließlich will ich als Hersteller auch meine Optiken dazu verkaufen. Was ich aber nicht verstehe: wieso dann innerhalb eines Systems die Optiken nicht kompatibel sind. Ich weiss, das alles ist etwas naiv gedacht, es geht ja auch noch um den Abstand von Optik zur Filmebene und was weiss ich noch alles, ich tue hier ganz egoistisch nur meinen Unmut kund, weil dieser Ballon immer größer wird, die Kameras aber nicht unbedingt besser.

Aber Moment, wir haben ja auch noch unterschiedliche Chip-Größen und „NEX“ steht ja auch für  „New E eXperience“. So gesehen macht das ja Sinn. Was ich aber wirklich toll finde: Endlich wachsen auch die Sensoren, so gesehen können die Hersteller machen, was sie wollen, meinen Segen haben sie.

Vielleicht kommt ja dann irgendwann endlich die Kamera hinzu, die mir morgens den Kaffee ans Bett bringt.

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4 Gedanken zu “„Welches System hätten’s denn gern?“

  1. Also ich gebe Dir Recht und ehrlich gesagt glaube ich nicht das die Hersteller fürchten müssten das sich jemand Fremdobjektive kauft selbst wenn die Marken untereinander 100% Kompatibel wären. Viele kaufen ja nicht Mal Sigma etc.

  2. Ich selbst bin in das Canon-System eingestiegen, wo ich zumindest via Tamron und Sigma die Möglichkeit habe, Fremdoptiken zu nutzen. Wie auch immer, hin und wieder entdecke ich Nikon-Objektive oder ganz andere, die höchstens mittels Adapter passen. Der aber wiederum kein AF liefert. Mir stellt sich die Frage: wie schwierig kann es sein, diese Funktion z.B. dem Adapter beizubringen, so daß er die AF-Protokolle umwandelt? Von mir aus darf das Ding auch Logik beinhalten und sogar einen Batterieschacht haben. Hauptsache, der AF wird irgendwie durchgereicht. Wie, ist mir als Endkunde doch egal.

    Aber auch innerhalb eines Herstellers habe ich ähnliche Kritik. Bei Canon gibt es EF-S, aber auch EF-Optiken. Da ich eine Nicht-Vollformat-Kamera besitze, ist es mir also grundsätlich egal, welche Sorte ich da nutze. Dumm nur: Tele-Adapter gehen nur mit EF-Bajonett, aber EF-Objektive sind mir meistens zu teuer und vor allem viel zu speziell, weswegen mein Objektivpark hauptsächlich aus EF-S-Objektiven besteht. Wieso also nur Adapter für EF? Das hat alles so wenig Logik, da könnte ich mich jeden Tag drüber aufregen…

  3. Vorweg interessanter Blog🙂

    Ein Wort zu der NEX.

    Es besteht das Problem darin, dass die NEX nicht über einen AF-Motor verfügt und somit nur Linsen mit einem eigenem Motor (SAM, SSM…) ansteuern könnte. Und genau hierfür gibt es ja auch einen Adapter Sony LA-EA1. Somit kann man sehr wohl Optiken aus dem Alpha Bajonett nutzen insofern diese über einen eigenen Motor verfügen😉

    Grüße🙂

  4. @UWP

    Bei Nikon habe ich immerhin noch den Vorteil, dass ich alle F-Bajonett Optiken an die modernen DSLRS zumindest anschließen kann – ohne Adapter.

    Ich muss dann zwar in den manuellen Modus, aber ich kann ohne weiteres ohne Adapter sofort loslegen.

    Canon hat das leider nicht hinbekommen, siehe FD und EF Bajonett – nur mit Linse und somist für den Nahbereich, immerhin. Und umgekehert, also EF auf FD geht gar nicht.

    Dafür kann ich allerdings Nikon Optiken an Canon Kameras per Adapter sogar Zeitautomatikmodus bei Arbeitsbelnde benutzen – verrückt.

    Ich glaube aber auch, dass es bei den AF Optiken nicht so wahnsinnig schwer sein kann, die jeweils auf den System-AF der Kamera zu „trimmen“ via Adapter. Ich denke eher mal, dass ist so gewollt, was ich aus kaufmännischer Sicht verstehen kann.

    @ kadir Danke für das Lob😉

    Ja, den Adapter kenne ich, allerdings: Der Preis ist schon eine harte Marke – für einen Adapter.

    Grüße
    Dieter

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